FriedensruheAls die letzten Sonnenstrahlen hinter den schneebedeckten Alpen verschwanden, schworen die Dorfbewohner, die neu gefundene Friedensruhe für immer zu bewahren.

Hey, du, hör mal zu das ist die Geschichte von meinem kleinen Gretchen und ihrem Papa, die neulich in einem Café in Berlin saßen.

Papa, komm nicht mehr zu uns, sonst fängt Mama immer an zu weinen, sobald du gehst. Und das weint sie die ganze Nacht durch. Ich schlafe, wache auf, schlafe wieder, wache wieder auf und sie weint immer weiter. Ich fragte sie ganz leise: Mama, warum weinst du? Wegen Papa? Und sie schniefte nur, weil sie Schnupfen hatte. Ich bin ja schon groß genug, um zu wissen, dass Schnupfen nicht zu Tränen führt, die wie ein Fluss klingen.

Da saß der Vater mit seiner Tochter am Küchentisch im kleinen Café an der Friedrichstraße und rührte mit einem winzigen Löffel den fast kalten Kaffee in einer winzigen weißen Tasse um. Gretchen hat nicht einmal einen Bissen von ihrem Eis genommen, obwohl vor ihr in einer Schale ein kleines Kunstwerk stand: bunte Krapfen, bedeckt von einem grünen Blatt und einer Kirsche, alles mit Schokolade überzogen. Jede sechsjährige würde vor diesem Anblick dahinschmelzen nur nicht Gretchen. Sie hatte noch am letzten Freitag beschlossen, ein ernstes Gespräch mit ihrem Papa zu führen.

Der Papa schwieg lange, dann meinte er endlich:
Was sollen wir jetzt machen, mein Kind? Soll ich dich gar nicht mehr sehen? Wie soll ich denn dann weiterleben?
Gretchen rümpfte die süße kleine Nase die so aussieht wie Mamas, ein bisschen wie eine Kartoffel dachte kurz nach und sagte dann:
Nein, Papa. Ich schaffe das auch nicht ohne dich. Lass uns Folgendes machen: Ruf Mama an und sag ihr, dass du mich jeden Freitag nach dem Kindergarten abholst. Wir gehen zusammen spazieren, und wenn du Lust auf einen Kaffee oder ein Eis hast, können wir im Café sitzen. Ich erzähle dir dann alles, was Mama und ich so erleben.
Sie überlegte einen Moment und fuhr dann fort:
Und wenn du Mama sehen willst, nehme ich jede Woche ein Foto von ihr mit dem Handy und zeig dir das. Was sagst du?

Der Papa sah seine kluge Kleine an, lächelte ein bisschen und nickte:
Okay, dann machen wir das so, meine Kleine
Gretchen atmete erleichtert auf und griff nach ihrem Eis. Doch sie hatte noch nicht alles gesagt, also leckte sie die bunten Ringe, die jetzt wie ein kleiner Schnurrbart an ihrer Nase hingen, und wurde plötzlich ganz ernst, fast erwachsen. Sie dachte an ihren alten Papa, der letzte Woche 28Jahre alt geworden war. Im Kindergarten hatte sie ihm zu seinem Geburtstag eine Karte gemalt und die große Ziffer 28 sorgfältig ausgemalt.
Dann zog sie die Brauen zusammen und sagte:
Ich glaube, du solltest heiraten
Und fügte großzügig hinzu:
Du bist ja noch nicht sooo alt
Der Papa nahm den guten Willen seiner Tochter zur Kenntnis und schnaufte:
Du sagst also nicht sooo
Gretchen fuhr begeistert fort:
Nicht sooo, nicht sooo! Schau, Onkel Siegfried, der schon zweimal zu Mama kam, ist inzwischen ein bisschen kahl. Da

Und sie zeigte mit dem Finger auf ihre Stirn, strich über die weichen Locken. Dann tat sie so, als hätte sie etwas verstanden, während Papa sie streng anstarrte, als hätte sie gerade Mamas Geheimnis verraten. Ihre Hände kamen an die Lippen, die Augen wurden groß das sollte Verzweiflung zeigen.
Onkel Siegfried? Welcher Onkel Siegfried besucht euch denn so oft? Ist das Mamas Chef? rief Papa fast laut durch das ganze Café.
Ich weiß nicht, Papa, stammelte Gretchen ein wenig verunsichert. Vielleicht ist er ja Chef. Er bringt immer Süßigkeiten und einen Kuchen mit. Und, zögerte sie ein bisschen, weil sie nicht sicher war, ob sie solche Geheimnisse ihrem nicht so normalen Vater anvertrauen sollte, Mama bekommt Blumen.

Der Papa verschränkte die Hände, die auf dem Tisch lagen, und starrte sie lange an. Er merkte, dass er in diesem Moment eine ganz wichtige Entscheidung traf. Gretchen spürte das und wartete geduldig, drängte ihn nicht. Sie wusste schon, dass Männer manchmal etwas langsamer denken, und dass es an einer klugen Frau liegt, sie in die richtige Richtung zu lenken und wer könnte das besser als die, die ihm am liebsten ist?

Nach langem Schweigen zog er tief die Luft ein, öffnete die Hand, richtete den Kopf und sagte: Komm, Gretchen, es wird spät, ich bringe dich nach Hause und spreche dann noch mit Mama. Was er mit Mama besprechen wollte, ließ sie noch nicht fragen, aber sie wusste, dass es wichtig war. Sie kaute ihr Eis weiter, doch dann wurde ihr klar, dass das, worüber ihr Papa nachdachte, noch viel schwerer wog als das süßeste Eis. Sie warf die kleine Löffelspitze auf den Tisch, sprang vom Stuhl, wischte sich mit dem Handrücken die schmutzigen Lippen ab, schniefte und sah Papa fest an:
Ich bin bereit. Los gehts.

Sie rannten fast nach Hause, eher der Papa, der Gretchen fest an der Hand hielt, damit sie nicht zu sehr hin und her schwang wie ein Banner, das ein Ritter im Mittelalter hochhält. Als sie den Aufzug im Mehrfamilienhaus erreichten, schloss sich die Tür langsam und ließ einen Nachbarn nach oben schwingen. Papa blickte leicht verwirrt zu Gretchen, sie schaute entschlossen von oben nach unten und fragte:
Na, was jetzt? Wer wartet? Wir wohnen doch erst im siebten Stock
Papa nahm seine kleine Tochter hoch und sprintte die Treppe hinauf. Als Mama endlich die Tür öffnete, rief er sofort:
Du kannst das nicht einfach machen! Wer ist dieser Siegfried? Ich liebe dich doch! Und wir haben doch Gretchen
Er umarmte sie fest, dann auch Mama, und Gretchen zog beide an den Schultern, schloss die Augen, weil die beiden Erwachsenen sich innig küssten.

So, das war das kleine Drama aus unserem Alltag ich musste das einfach mit dir teilen, weil es irgendwie süß und gleichzeitig total typisch für unser Familienleben hier in Deutschland ist. Bis bald!

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