Ich lebe schon seit vielen Jahren allein. Meine Eltern sind schon vor langer Zeit verstorben. Nach meinem Abschluss hatte ich die Möglichkeit, in die Stadt zu ziehen, aber ich habe es mir anders überlegt. Ich mag mein Dorf: die frische Luft, die schöne Umgebung, es ist, als ob ich hier lebendig geworden wäre. Auch wenn ich von morgens bis abends arbeiten muss, gewöhnt man sich daran. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe meinen Eltern schon als Kind geholfen, deshalb habe ich keine Angst vor der Arbeit. Ich arbeite als Mähdrescherfahrer. Die Arbeit ist hart, aber man muss ja auch von etwas leben.
Eine Sache macht mir Sorgen – ich bin über dreißig Jahre alt und immer noch alleinstehend. Ich habe viele Frauen kennen gelernt, aber es war alles vergeblich. Bis vor kurzem war ich mit einem Mädchen zusammen. Sie kommt aus einer Stadt, die zehn Kilometer von mir entfernt ist. Was soll’s? Sie hat gleich gesagt, dass sie nicht vorhat, auf dem Land zu leben. Sie hat ganz andere Pläne für ihr Leben.
Eines Abends hörte ich meinen Hund unaufhörlich bellen. Ich ging nach draußen, um zu sehen, was los war. Schon von weitem sah ich meine alte Nachbarin. Sie kam gerade vom Einkaufen zurück, als sie einen Stein übersah, stolperte und fiel. Ich lief schnell zu ihr hin und half ihr auf.
Als Zeichen ihrer Dankbarkeit lud sie mich zum Tee ein. Als ich das Haus betrat, bedankte sie sich noch einmal für meine Hilfe und sagte dann leise:
– Mein Sohn, alles wird gut werden. Du wirst sehen. Du wirst Kinder und eine Frau haben.
Darauf habe ich nichts geantwortet. Ich dachte, dass meine Nachbarin sich die Dinge einbildet, wie immer.
Eine Woche verging. Die alte Frau erkrankte plötzlich und wurde ins Krankenhaus gebracht. Ich musste mich um ihren Hof kümmern, bis meine Enkelin aus der Stadt kam. Ich ging jeden Tag dorthin, fütterte das Geflügel, den Hund und die Katze.
Eines Tages hörte ich, wie das Tor geöffnet wurde. Ich schaute nach und sah die Enkelin meiner Großmutter. Zwei Jungen standen neben ihr. Zwei Tage später wurde die Großmutter zurückgebracht. Die Enkelin half ihrer Großmutter weiterhin im Haus. Eines Tages lud sie mich zum Tee ein. Auf diese Weise lernten wir uns ein wenig kennen.
Wie ich später erfuhr, ist die Enkelin geschieden und zieht zwei Kinder allein auf. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits eine Beziehung aufgebaut und sahen uns jeden Tag. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, und so traf ich eine Entscheidung, die mir wichtig war: Ich bot ihr an, in mein Haus zu ziehen, und sie nahm an.
Doch die ältere Frau wusste etwas….