Ehepartner kehrt drei Tage früher zurück: Alles, was Sie denken – nur schlimmer…

Es war alles so, wie Sie es sich vorstellen – nur schlimmer. Die Ehepaar Müller war bei allen beliebt. Sie – eine schöne, natürliche Blondine mit endlos langen Beinen, erstaunlich freundlich und herzlich. Etwas, das bekanntlich den meisten schönen Frauen fehlt. Er – ein gutaussehender, straffer und männlicher Kapitänleutnant, ebenfalls nicht ohne männliche Anziehungskraft.

Die Familie lebte in Harmonie und gab keinen Anlass zu Klatsch. Stets sah man Klaus und Heidi, Hand in Hand wie junge Verliebte durch die Geschäfte streifend. Selten sah man sie getrennt, und ihre Beziehung strahlte förmlich vor Liebe und Glück. Kurz gesagt, eine Idylle.

Mit den Jahren wurden ihre Gefühle nur stärker, was die Mitmenschen neidisch machte. In sieben Jahren hatte niemals ein Schatten ihre Beziehung getrübt. Doch der einzige Schatten, der sich in Klaus‘ Gedanken regte, war die Eifersucht, die ewige Begleiterin des Familienglücks. Klaus, von Natur aus ein beherrschter Mensch, ließ dieses Gefühl jedoch nie an die Oberfläche dringen und bewahrte seine Zweifel in sich.

Wer weiß, welche Stürme in der Seele des U-Boot-Kommandanten tobten, als er die bewundernden Blicke der Männer auf seine Frau sah und die Komplimente der Kollegen bei Festen hörte. Doch offenbarte er seine Gefühle nicht einmal Heidi, die nichts von seinen Sorgen bemerkte. Klaus hingegen war innerlich bereit, wie ein auf den Ausbruch wartender Vulkan.

Das Schiff brach zu einem routinemäßigen Kontrollgang auf – zehn Tage voller Anspannung und schlafloser Nächte. Früh am Morgen verabschiedete sich Klaus von seiner Frau, küsste seinen schlafenden Sohn und versprach, in zehn Tagen zurückzukehren, um seine Pflichten zu erfüllen. Die See war rau, und die Technik machte immer wieder Probleme.

Klaus, der in der Maschinenabteilung arbeitete, war Tag und Nacht damit beschäftigt, die launische Technik notdürftig zu reparieren. Als der Divisionskommandant am siebten Tag entschied, aufgrund der massiven Ausfälle in die Basis zurückzukehren, empfand Klaus dies zunächst als Niederlage. Doch der Gedanke daran, seine Frau früher in den Armen zu halten, erhellte seine Stimmung.

Spät abends kehrte das Schiff in den Hafen zurück. Ohne sich dem gewohnten Begrüßungsdrink hinzugeben, eilte Klaus nach Hause. Den Enthusiasmus seiner Heimkehr genießt er vollen Herzens.

Es war etwa zwei Uhr morgens. Niemand erwartete ihn, und er stellte sich vor, wie er sich leise auszieht und sich zu Heidi ins Bett schleicht – ihre Überraschung und das, was darauf folgt. Vorsichtig schloss er die Tür auf und schlich ins Haus. Der Flur war erleuchtet – Heidi war offenbar wach. Doch was Klaus sah, war, als träume er den schlimmsten Albtraum seines Lebens.

Auf dem Ehebett lag eine Frau, eine andere, als er erwartet hatte, mit blonden Haaren auf dem Kissen verstreut. Über ihr ein nackter Mann. Die Schreie der Frau erfüllten den Raum – Schreie, die er nie von Heidi gehört hatte. Klaus war wie gelähmt. Alles, was er kannte, zerbrach in diesem Moment.

Wie lange Klaus in Starre verharrte, blieb unklar. Doch als er endlich zu sich kam, war er nicht mehr Herr seiner Sinne. Voller Zorn stürmte er in die Küche, packte die erstbeste Gabel – ein Hochzeitsgeschenk – und kehrte damit in die Höhle des Verrats zurück. Mit ungeschlagener Bestimmtheit und Energie ließ Klaus die Gabel im Körper des Liebhabers verschwinden.

Der Sound, der dem Schlag folgte, war unbeschreiblich. Der alte Kriegsveteran, der in der Nachbarwohnung seines Sohnes zu Besuch war, erwachte und schrie: „Bombenalarm!“ Die Familie benötigte fast eine Stunde, um den Mann von der friedlichen Lage zu überzeugen.

Kinder in der darüberliegenden Wohnung nässten sich ein und die Eltern waren aufgrund des ungewohnten Lärms geschockt. Der Schäferhund der Nachbarn jaulte die ganze Nacht aus Mitleid.

Klaus ließ die Gabel stecken, drehte sich um und schritt aus dem Raum. Ihm war nur noch eines wichtig: den Ort als Fremder zu verlassen, sich zu betrinken und am Morgen seine Sachen zu holen. Über seine Taten dachte er nicht nach.

Zu seiner Überraschung brannte bereits das Licht im Flur. Da stand Heidi in ihrem Bademantel, mit einem Handtuch auf dem Kopf, schön und verführerisch. Für Klaus, der alle Ankerpunkte des Lebens verloren hatte, war dies zu viel.

Er stammelte: „Wer ist dort?“ und zeigte mit zitternder Hand auf die Tür.

Heidi: „Er ist dein Bruder Ralf mit seiner Frau. Er wurde hier stationiert. Ich habe ihnen das Schlafzimmer überlassen, während du weg bist.“

Klaus fiel in Ohnmacht.

Am Ende klärte sich alles. Ralfs Verletzungen wurden fachmännisch vom Militärarzt behandelt, und es stellte sich heraus, dass er nie unter Hämorrhoiden leiden werde. Scherzhaft notierte der Arzt den Vorfall als „Nagelunfall“.

Ralf hatte sich nach der Erfahrung lange nicht mehr ungezügelt hingesetzt. Selbst die Heilung brachte Tränen mit sich. Seine Frau Lena hatte mit langwierigem Stottern zu kämpfen und benötigte Zeit, um diese Erfahrung zu verarbeiten.

Die Familie Müller blieb zusammen, stärker als je zuvor. Klaus und Heidi spazierten weiterhin, Hände haltend, wie verliebte Teenager. Aber Heidi räumte vorsichtshalber alles Überscharfe weg, und Klaus klingelte aus Sicherheitsgründen immer, wenn er nach Hause kam. Was Ralf und Lena betraf: sie hatten Klaus vergeben, aber blieben vorsichtshalber nicht mehr über Nacht.

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