Als Schwiegersohn und Tochter vom Meer zurückkehrten, erkannten sie ihre eigene Wohnung nicht wieder.

Als meine Schwiegersohn und meine Tochter aus dem Urlaub an der Nordsee zurückkamen, erkannten sie ihre eigene Wohnung nicht wieder. Ich hatte die Schränke aufgeräumt, den Kühlschrank gereinigt und Unnötiges entsorgt. Alles war in perfekter Ordnung, sogar die Fenster waren geputzt. Dennoch bedankte sich niemand bei mir. Meine Tochter war unzufrieden, da sie meinte, sie könne ihre Sachen nicht finden. Julia meinte, ihre Wohnung habe an Privatsphäre verloren, weil ich in jede Ecke geschaut hatte. Dabei wollte ich nur Gutes tun.

Während der Winterferien beschlossen meine Tochter und ihre Familie, nach Ägypten zu reisen, um sich zu erholen. Sie bat mich, in dieser Zeit auf ihre Wohnung aufzupassen. Nach ihrer Rückkehr war statt Dankbarkeit nur Enttäuschung zu spüren. Ich verstehe nicht, was ich falsch gemacht habe.

„Wir haben dich nur gebeten, die Blumen zu gießen, und du hast das ganze Haus geputzt und unsere Sachen ohne Erlaubnis weggeworfen.“

Ich wollte nur helfen. Während die Kinder im Meer badeten, räumte ich ihren Unrat weg. Ich habe die Ärmel hochgekrempelt und das Wohnzimmer, die Küche und das Bad gereinigt. Ich bin 60 Jahre alt und meine Tochter 34. Zusammen mit ihrem Mann hat sie zwei Kinder – das älteste wird dieses Jahr in die erste Klasse kommen. Julia und ihr Mann zahlen immer noch den Kredit ab, den sie für den Wohnungskauf aufgenommen haben, und bringen jeden gesparten Euro zur Bank.

Sie sind selten aus der Stadt herausgekommen, geschweige denn ins Ausland gereist. Ihr Mann arbeitet täglich viel, und Julia ist noch in Elternzeit. Doch in diesem Jahr beschlossen sie, dass sie dringend eine Pause benötigen. Sie kauften Tickets, packten ihre Sachen und flogen los. Im Winter sind Urlaube günstiger, da viele Hotels Rabatte anbieten.

Aus Vorsicht hatte Julia mir ihre Schlüssel gegeben, damit ich nach der Wohnung sehen konnte. Ich willigte gerne ein, dieser Bitte meiner Tochter nachzukommen. Als ich kam, um die Blumen zu gießen, dachte ich, dass ich die Wohnung für ihre Rückkehr auf Vordermann bringen könnte.

Als sie zurückkamen, erkannten sie ihre Wohnung nicht wieder. Ich hatte die Schränke aufgeräumt, den Kühlschrank gereinigt und Unnötiges entsorgt. Alles war in perfekter Ordnung, sogar die Fenster waren geputzt. Meine Tochter war jedoch unzufrieden. Sie sagte, sie könnte nichts finden und ich hätte wohl ihre Sachen entsorgt. Außerdem meinte sie, ihre Wohnung habe an Privatsphäre verloren, da ich in jede Ecke geschaut hatte. Es stimmte, dass ich viele neue Dinge über ihr Leben erfuhr. Auch meinem Schwiegersohn gefiel das nicht, obwohl er sowieso dagegen war, mir die Schlüssel zu geben.

Jetzt sind sie verärgert und weigern sich, mit mir zu sprechen. Sie sagen, ich hätte meine Nase in Dinge gesteckt, die mich nichts angehen. Mein Gott, ich habe doch nichts Falsches getan. Ich habe sie nur von einem Haufen Schmutz befreit. Auf den Schränken lag Staub und die Kronleuchter waren fast schwarz. Beim Reinigen der Kronleuchter habe ich mehrfach das Wasser gewechselt. Ich habe die Vorhänge gewaschen, und die Wohnung wirkt dadurch viel heller. Auch in der Küche habe ich für Ordnung gesorgt und das Geschirr gereinigt.

Sie könnten doch selbst aufräumen! Arbeiten sie? Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet und trotzdem noch nie so ein Chaos in meiner Wohnung gehabt. Was habe ich also falsch gemacht, dass sie nicht mehr mit mir reden wollen?

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