Heute besuchte mich ein Freund, der in der Nachbarschaft wohnt. Wir setzten uns zum Tee zusammen. Die Nachbarin hat leckeren Kuchen mitgebracht.
Monica (so heißt sie) erzählte mir eine Geschichte, die jeden normalen Menschen empören würde.
Ich erzähle sie in ihrem Namen. Sie gab mir die Erlaubnis, ihre Situation mit meinen Lesern zu teilen.
Sie wissen, dass ich einen Sohn und eine Tochter habe. Mein Sohn hat es im Leben gut getroffen: eine liebevolle Frau, schöne Kinder und Wohlstand. Meine Tochter hatte nicht so viel Glück.
Zunächst schien alles in Ordnung zu sein. Sie und ihr Mann planten, Kinder zu bekommen, ihren Lebensraum zu erweitern und für immer glücklich zu leben. Obwohl sie noch keine Kinder hatten, sparten sie für den Kauf eines Hauses. Sie wollten ein Haus haben, keine Wohnung.
Sie wollten unbedingt einen eigenen Garten haben, Gemüse und Obst anbauen und Blumen im Blumenbeet pflanzen.
Zwei Jahre vergingen. Sie hatten Geld gespart, aber nicht genug, um ein Haus zu kaufen. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr die Tochter, dass sie schwanger war. Sie beschlossen, sich auf eine größere Familie vorzubereiten. Kurz nach der Geburt des Kindes verlor der Schwiegersohn aufgrund von Stellenstreichungen seinen Arbeitsplatz.
Es ist erwähnenswert, dass er darüber nicht allzu besorgt war. Er sagte, sie hätten Geld angehäuft, sie würden davon leben. Und er würde sich entspannen, Energie tanken und sich auf die Suche nach einem Job machen.
Eine Woche später begann mein Schwiegersohn tatsächlich mit der Suche nach einem Job. Zumindest sagte er, er würde aktiv suchen. Während meine Tochter sich um das Baby kümmerte, kochte, Wäsche wusch und putzte, saß mein Schwiegersohn den ganzen Tag am Laptop.
Er ging zu mehreren Vorstellungsgesprächen. Zumindest hat er das seiner Tochter erzählt. Doch er scheiterte überall. Er konnte keine guten Angebote finden, und er wollte nicht “für einen Hungerlohn” arbeiten. Nun ist er seit drei Jahren arbeitslos. Das Geld, das sie gespart hatten, ging für die Lebenshaltungskosten drauf. Ein Haus zu kaufen ist jetzt keine Option.
Die Tochter arbeitet ferngesteuert und kümmert sich um ein kleines Kind. Ihr Schwiegersohn schließlich hilft ihr nicht einmal; er verbringt seine Tage immer noch vor seinem Laptop, angeblich auf der Suche nach Arbeit.
Sie arbeitet nicht nur nirgendwo, sondern bringt auch ihren Unmut zum Ausdruck:
-Warum schon wieder Suppe zum Abendessen? Konntest du nicht ein Huhn braten?
Die Tochter toleriert das alles, sagt, sie wolle ihr Kind nicht ohne Vater lassen. Ich verstehe nicht, was Liebe für ein Kind ist, wenn der Vater nicht einmal genug Geld für Windeln und Milch verdienen kann.
Liege ich da falsch? Sollen wir noch zwei Jahre warten, vielleicht findet er ja einen Job? Übrigens, mein Schwiegersohn ist 33 Jahre alt.