Es war einmal eine ewige Katze, eine unsterbliche Katze. Ob es eine Mutation, eine besondere Art oder etwas noch der Wissenschaft Unbekanntes war, wusste sie nicht. Aber das interessierte die Katze nicht. Sie lebte einfach ihr Leben.
Die Katze erinnerte sich, dass sie zuerst an einem Fluss lebte. Dann kam eine endlose, trockene Wüste und schließlich dichte Wälder und weite Steppen. Es war ihr egal, solange sie jagen konnte, auch wenn die Jagd nicht immer erfolgreich war. So kam sie schließlich zu den Menschen, von selbst. Es war sicherer und es gab immer Futter in ihrer Nähe.
Jahrhunderte vergingen, und die Katze zog auf einen anderen Kontinent. Nicht aus eigenem Willen, sondern weil sie damals sehr wertvoll war. Zwischen Gold und Katze wurde stets die Katze gewählt. Doch mit den Jahren sank ihr Wert und man verkaufte, verlor, warf sie weg oder verriet sie. Dennoch zog es die Katze immer wieder zu den Menschen. Nicht aus Liebe – Liebe zu diesen seltsamen Wesen empfand sie nicht die geringste.
Sie wollte einfach leben, und manchmal war es so kalt! Der Winter kam jedes Jahr und die Wüste erschien nur noch in ihren Träumen… Wer hätte ihr gesagt, dass man sie schon vor langer Zeit aus Afrika nach Deutschland gebracht hatte, aber niemand konnte es ihr erzählen.
Wie viele Menschen sie begleitet haben, wusste die Katze nicht – sie zählte nicht. Und was machte das auch für einen Unterschied, sie waren fast alle gleich. Immer unzufrieden mit ihrem unscheinbaren Fell, und immer erstaunt, dass sie keine Kätzchen bekam. Warum sollte sie Leben schenken, wenn ihr Leben doch schon ewig war.
Ein neuer Mensch trat plötzlich in ihr Leben. Er kam einfach vorbei, sah sie. Er wusste nicht, dass man diese Katze vor einer Stunde ausgesetzt hatte, als wäre sie ein abgenutzter Gegenstand. Er bemerkte nur: Dort ist eine Katze, der kalt ist, und er konnte sie wärmen. Sie machte sich schon bereit, um Hilfe zu bitten, sich zu demütigen… Doch das war nicht notwendig – er nahm sie einfach mit.
Die Katze kuschelte sich gemütlich an seine Brust, gewärmt von seinem Körper und unter einer alten Jacke versteckt. Wieder ein Mensch in ihrem langen Katzenleben. Aber warum wollte sie, dass dieser Junge ein genauso langes Leben wie sie führen würde? Auch wenn er nur einer von vielen war, fühlte er sich von Anfang an fast wie ein Vertrauter an.
Er war ein einfacher Mensch, lebte sein Leben. Wechselte eine Wohngemeinschaft gegen eine kleine Wohnung, heiratete, Kinder wurden geboren und sie zogen in eine größere Wohnung. Die Katze war immer bei ihm und zog mit ihm um.
Sie wartete darauf: Wann würde er genug von ihr haben? Wann würde ihr gemeinsames Leben enden? Aber es endete nicht. Zum ersten Mal war die Katze wirklich überrascht – er liebte und schätzte sie. Und dass sie so lange lebte – niemand wusste damals genau, wie alt eine Katze werden konnte, das Internet war ja noch nicht erfunden. Und es gab kaum Bücher über Katzen.
Er heiratete, ließ sich scheiden, zog zwei Kinder groß. Und dass die Frau ging – sollte sie glücklich sein, niemand war verpflichtet, bei ihm zu bleiben, wenn man es nicht wollte. Doch die Katze wollte, sie war an ihn gebunden. Warum aber alterte sie nicht, sie war immer noch jung.
Klar, weil er sie gut fütterte und dachte, es lag an der guten Ernährung. Selbst in schwierigen Zeiten achtete er darauf, sie gut zu versorgen, besser als sich selbst. Weil er ein starker Mann war und sie eine kleine Katze, und es wäre schändlich, sie für sich zu benachteiligen.
Doch leider war er nicht ewig… Eines Nachts griff er sich ans Herz, schwer atmend. Die Katze war wie immer bei ihm und betrachtete sein vertrautes Gesicht mit Sorge. Genau in diesem Moment erkannte sie, dass sie ohne diesen Menschen nicht weiterleben wollte! Diese ewige Existenz war nicht das, was sie sich wünschte!
Man sagt, dass ein einziger Wunsch nicht ausreicht. Aber ich sage – das gilt für Menschen, Katzen aber tun, was sie wollen, was sie brauchen. Jeder Katzenbesitzer weiß, dass Katzen ihren Willen durchsetzen. Sie beugen sich die Welt zurecht, ob Natur oder Mensch.
Die Katze begann zu altern… Ihr Blick wurde trübe, der Rücken krumm, die Gelenke etwas geschwollen. Doch der Mann bemerkte es nicht, für ihn blieb sie wunderschön. Seine Katze, die er mit 20 gefunden hatte, und jetzt ist er in seinen achtziger Jahren.
Sie gingen bei Sonnenuntergang hinaus und saßen eng aneinander geschmiegt auf einer Bank. Das Herz stach wieder, und der Mann seufzte leise. Um sich sorgte er sich nicht, er dachte nur an seine Katze.
„Was machst du ohne mich, Liebes?“ Er streichelte ihren weichen Rücken. Die Katze schmiegte sich fest an sein Bein und legte ihren müden Kopf auf seinen vertrauten Schoß. Sie schnurrte leise im Takt seiner Streicheleinheiten… Hätte der Mann die Katzensprache gekannt, dann hätte er verstanden:
„Wer hat gesagt, dass ich ohne dich sein werde?“