„Maria, könnten Sie mir bitte zwei Kilo grüne Äpfel abwiegen?“ fragte eine kleine, blonde Frau die Verkäuferin.
Maria lächelte freundlich und erfüllte schnell die Bitte, indem sie der Kundin die Tüte reichte.
„Vielen Dank, Liebes. Sie sind immer so aufmerksam. Übrigens, die Pflaumen, die Sie mir letztes Mal empfohlen haben, haben meinem Sohn Niklas sehr gut geschmeckt,“ sagte die Frau zufrieden.
Maria hörte neugierig zu, wie Linda Berger von Niklas, ihrem Sohn, sprach, der ein erfahrener Taucher war. Linda kam oft in das Geschäft, um einzukaufen, und prahlte stolz mit den Erfolgen ihres Sohnes. Maria fragte sich, wie Niklas wohl im echten Leben war. Schon bald sollte sie ihn kennenlernen.
Eines Abends betrat ein sympathisch aussehender Mann das Geschäft, begrüßte Maria höflich und bezahlte für sein Brot. Am selben Abend wartete er, bis Maria das Geschäft schloss, und bot an, sie nach Hause zu begleiten. Es stellte sich heraus, dass es Niklas war, von dem seine Mutter so oft gesprochen hatte. Ihre Beziehung vertiefte sich, und zwei Monate später heirateten Maria und Niklas.
Doch das erhoffte Glück hielt nicht lange an.
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Schon von Beginn ihrer Ehe an machte ihre Schwiegermutter klar, wer das Sagen im Haus hatte. Linda mischte sich in alles ein – vom Kochen bis zu den Finanzen – und nahm Marias Gehalt unter ihre Kontrolle. Niklas zeigte wenig Interesse an Marias Mühen, während Lindas Forderungen immer größer wurden.
Das kleine Haus auf dem Land, das Maria nach ihrer Zeit im Waisenhaus vom Staat erhalten hatte, war ihr einziger Rückzugsort. Doch Niklas drängte sie, es zu verkaufen, um die Renovierung der Wohnung zu finanzieren.
„Ich werde das Haus nicht verkaufen,“ sagte Maria entschlossen, was Linda in Rage versetzte.
Niklas verbrachte immer weniger Zeit zu Hause, während Maria zwischen Arbeit, Studium und der Pflege ihrer kleinen Tochter hin- und hergerissen war. Eines Tages kam Maria nach Hause und fand Linda vor, die das Baby anschrie. Da wusste sie, dass sie nicht länger bleiben konnte.
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Sie packte ihre Sachen und floh mit ihrer Tochter aufs Land. Dort nahm sie die freundliche Nachbarin Agnes Müller auf. Marias Haus war nach einem Sturm in einem schlimmen Zustand, doch unerwartet kam Hilfe von Agnes’ Enkel Robert. Er reparierte das Dach, half, den Haushalt zu organisieren, und wurde bald ein fester Bestandteil ihres Lebens.
Eines Tages tauchte Niklas im Dorf auf und forderte, dass Maria mit ihrer Tochter zurückkehre. Doch Robert stellte sich schützend vor sie. Nach einem angespannten Gespräch fuhr Niklas unverrichteter Dinge davon.
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Von diesem Moment an begann sich Marias Leben zu verändern. Sie und Robert kamen sich näher, und ihre Beziehung entwickelte sich zu einer tiefen und aufrichtigen Liebe. Wenige Monate später ließ sich Maria von Niklas scheiden und heiratete Robert.
Jetzt hatte Maria endlich die Familie gefunden, von der sie immer geträumt hatte. Gemeinsam mit Robert und ihrer kleinen Tochter Anna baute sie ein neues, glückliches Leben auf, das sie zwischen der Stadt und ihrem friedlichen Zuhause auf dem Land teilten.