Ich hatte einen Termin beim Dermatologen und saß im Wartezimmer, während ich auf meine Reihe wartete. Neben mir setzte sich eine Frau, und wir kamen ins Gespräch. Sie war eine angenehme Gesprächspartnerin, und unser Austausch brachte mich dazu, über viele Dinge nachzudenken.
Das Erste, was mir auffiel, war, wie stilvoll und gepflegt sie aussah. Ich hätte sie höchstens auf 50 geschätzt. Doch im Laufe unseres Gesprächs gestand sie, dass sie bereits über 70 sei. Ehrlich gesagt war ich erstaunt – sie sah viel jünger aus als ihre Altersgenossinnen.
Diese Frau, die sich als Elisabeth vorstellte, erzählte mir, dass sie zweimal verheiratet war, aber jetzt allein lebt. Ihre erste Ehe endete in einer Scheidung, weil sie keine Kinder wollte.
Von Anfang an hatte sie ihrem Mann gesagt, dass sie keine Kinder haben möchte, doch nach ihrem 30. Geburtstag begann er anzudeuten, dass eine richtige Familie ein Kind beinhalten sollte. Ihr mütterlicher Instinkt entwickelte sich jedoch nie, und sie war nicht bereit, ihre Meinung zu ändern. Für sie war es einfacher, sich zu trennen, als gegen ihre eigenen Überzeugungen zu handeln. Nach einem offenen Gespräch beschlossen sie, sich scheiden zu lassen.
Später heiratete Elisabeth einen Mann, der bereits ein Kind aus seiner ersten Ehe hatte. Er wollte keine weiteren Kinder, daher kam das Thema nie zur Sprache. Sie lebten glücklich zusammen, aber ihre gemeinsame Zeit wurde durch eine Tragödie beendet – ihr Mann verunglückte bei einem Autounfall.
Elisabeth gab zu, dass sie sich in ihrer Einsamkeit keineswegs unwohl fühlt. Im Gegenteil, sie ist glücklich, dass sie ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten kann, ohne sich an jemanden anpassen zu müssen. Sie ist sich sicher, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat, und bereut nichts.
Ihre Freundinnen, die einst darauf hofften, dass ihre Kinder sich im Alter um sie kümmern würden, seufzen heute enttäuscht. Ihre Kinder sind erwachsen geworden, ihren eigenen Weg gegangen und zeigen wenig Interesse an ihren alternden Eltern. Genau aus diesem Grund hat Elisabeth nie ernsthaft über Mutterschaft nachgedacht – sie spürte, dass dies nicht ihr Weg war. Jetzt führt sie ein erfülltes Leben und genießt jeden Moment. Das Fehlen von Kindern hat ihr Freude statt Kummer gebracht.
— Ein Glas Wasser?
Ich werde weder an Hunger noch an Krankheit sterben. Während meine Freunde ihr Geld für die Erziehung von Kindern ausgegeben haben, habe ich gespart. Jetzt reicht mein Erspartes aus, um bis ans Lebensende für Pflege und Unterstützung zu zahlen!
Was denkt ihr über diese Entscheidung? Haltet ihr sie für richtig?