Gebratene Hähnchen für einen streunenden Hund

Sie saß vor dem Geschäft mit den gebratenen Hähnchen. Klein, mager, mit hängenden Ohren und großen, traurigen Augen, die jeden vorbeigehenden Menschen hoffnungsvoll ansahen. Die Menschen kamen und gingen, trugen Tüten, aus denen der Duft von gebratenem Fleisch strömte, aber niemand schenkte ihr Beachtung.

Jeden Morgen kam sie an diesen Ort, wie zu ihrer Arbeit. Vielleicht hatte sie einmal ein Zuhause, eine weiche Decke und einen gefüllten Napf. Doch irgendwann änderte sich alles. Wahrscheinlich waren ihre Besitzer umgezogen, hatten sie vergessen oder entschieden, dass sie sie nicht mehr brauchten. Und jetzt bestand ihr Leben aus der Suche nach Essen und der Hoffnung auf ein Wunder.

Sie atmete den Duft der gebratenen Hähnchen ein, die sich in der Auslage drehten. Ihre kleine Nase zuckte, und ihre Augen glänzten vor Hunger. Doch sie wagte es nicht, sich den Menschen zu nähern – die Vergangenheit hatte sie gelehrt, dass nicht alle Menschen freundlich sind.

Der Tag neigte sich dem Ende zu, und das Geschäft würde bald schließen. Sie wollte sich schon auf den Weg machen, um einen anderen Platz zum Schlafen zu suchen, als plötzlich ein Mann auf sie zukam. Es war ein Mitarbeiter des Ladens. In seinen Händen hielt er eine Tüte.

Ängstlich drückte sie sich auf den Boden, weil sie erwartete, dass man sie verjagen würde. Doch stattdessen ging der Mann in die Hocke, streckte seine Hand aus und sagte leise:
– Hey, Kleine, hab keine Angst. Das hier ist für dich.

Er holte ein ganzes gebratenes Hähnchen aus der Tüte und legte es vor sie hin. Der Hund erstarrte. Zuerst sah sie das Hähnchen an, dann den Mann, als könne sie nicht glauben, dass es wirklich für sie war. Der Mann lächelte und sagte:
– Iss ruhig.

Vorsichtig begann sie zu fressen, hob dabei immer wieder den Kopf und schaute den Mann an, als hätte sie Angst, dass er es sich anders überlegen könnte. Doch er blieb einfach neben ihr sitzen und sah sie mit Wärme in den Augen an.

Als das Hähnchen aufgegessen war, streckte er die Hand aus, um sie zu streicheln. Zuerst wich sie zurück, doch dann ließ sie es zu. Sie schmiegte sich an seine Hand und leckte schließlich seine Finger.

Der Mann stand auf, sah sie an und sagte:
– Na, komm, gehen wir nach Hause?

Sie erstarrte, doch dann, als hätte sie verstanden, dass dies ihre Chance war, begann sie freudig mit dem Schwanz zu wedeln.

Von diesem Tag an kam sie nie wieder vor das Geschäft mit den gebratenen Hähnchen. Denn jetzt hatte sie ein Zuhause, einen eigenen Menschen und einen Napf, der immer gefüllt war.

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