Nachdem ich geheiratet hatte, freundete ich mich mit der Schwester meines Mannes an. Ich lud sie überall hin mit den Kindern ein: Geburtstage, Ferien, Ausflüge. Sie schenkte mir nie etwas, sie kam mit leeren Händen und erklärte, sie habe kein Geld. Ich fühlte mich mit ihr wohl, so wie es war. Schließlich sind wir uns ja nicht fremd.
Meine beiden Mädchen sind etwas älter als ihre Kinder, also habe ich ihr alle meine Kleider gegeben. Ich habe sogar ihre beiden Töchter eingekleidet.
Wie es der Zufall wollte, war ich mit meinem dritten Kind schwanger. Natürlich teilte ich Olive diese Neuigkeit mit.
Olive zitterte förmlich vor Wut und schrie, ich solle abtreiben. Warum sollte ich zu einem solchen Zeitpunkt ein Baby bekommen? Dass mein Mann und ich nicht in der Lage sein würden, Kinder großzuziehen. Ich solle darüber nachdenken, wie ich die Kinder, die ich bereits habe, unterstützen könne.
Dann bat sie mich, Kleider für ihre Mädchen mitzubringen, weil sie zu einer Hochzeit gehen würden. Ich erwiderte, dass ich ihr bereits alle Kleider gegeben habe, die ich ihr geben konnte. Die anderen Kleider würden zu groß sein. Wenn sie wolle, solle sie kommen und sich selbst überzeugen. Ich gehe nirgendwo hin – ich habe meine eigenen Dinge zu tun. Wieder war sie entrüstet und beschimpfte mich.
Kurzum, alles, was ich hörte, war Schimpf und Demütigung. Erst jetzt wurde mir klar, dass Olive uns nicht ein einziges Mal eingeladen hatte. Nicht ein einziges Mal hat sie uns gefragt, wie es uns geht. Sie hat uns einfach benutzt.
Olive behandelte uns auf verbraucherische Weise. Und das, obwohl ihr Mann gut verdiente. Ihre Eltern halfen ihr. Aber sie hatte nie Geld.
Nach diesem Vorfall habe ich fast aufgehört, mit ihr zu reden.