Man bringt die Kinder ins Bett und putzt, man hat 18 Quadratmeter, man kann alles in einer halben Stunde putzen

Nachdem sie die Zustimmung ihrer Mutter zum Kauf einer Wohnung auf dem Lande für sie erhalten hatte, begannen Monica und Adam mit der Abwicklung. Als der ganze Papierkram erledigt war, zog Barbara in ihre neue Wohnung ein. Der Vorbesitzer hatte gesagt, dass er alle Möbel zurücklassen würde, und er hatte sich daran gehalten – die kleine Wohnung blieb in dem Zustand, in dem Barbara sie zum ersten Mal gesehen hatte.

Zuvor hatte sie oft daran gedacht, auszuziehen, sie wollte nicht mit ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn zusammenleben, auch wenn sie sich neutral verhielten und versuchten, sich nicht über Kleinigkeiten zu streiten, war die Atmosphäre ständig angespannt. Man hatte das Gefühl, dass es bald alle nicht mehr aushielten und explodieren würden. Barbara träumte davon, getrennt zu leben und eine Pause von diesem Alptraum zu haben.

Das war in den ersten Wochen auch der Fall. Barbara gewöhnte sich an den örtlichen Busfahrplan und pendelte sogar zur Arbeit, ohne umzusteigen. Wenn sie nach Hause kam, kochte sie sich ein schnelles Abendessen, entspannte sich und genoss die Ruhe. Selbst das Telefon blieb stumm, Barbara rief ihre Tochter nicht an und die Tochter fragte auch nicht, wie es ihrer Mutter ging. Am Wochenende unternahm sie einen Spaziergang am Flussufer. Sie begann, dieses isolierte Leben zu mögen.

Doch alle guten Dinge haben ein Ende. Genau drei Wochen später wurde die Stille in der Wohnung durch eine laute Türklingel durchbrochen. Als Barbara öffnete, sah sie ihre Tochter auf der Schwelle stehen. Sie hielt die kleine Anna in ihren Armen.

– Hallo, Mutti! – grüßte Monika.

– Hallo, – antwortete Barbara und begriff, warum ihre Tochter gekommen war.

– Mama, bleib bei den Mädchen, ich hole sie morgen wieder ab – bat Monika.

– Ich wollte noch ein bisschen aufräumen.

– Du bringst die Kinder ins Bett und fängst an zu putzen. Du hast 18 Meter, du kannst alles in einer halben Stunde putzen.

Monika verstand nicht, warum ihre Mutter gegen sie war. Sie war der Meinung, dass sich Barbaras Leben um sie, ihre Enkelinnen und deren Sorgen drehen sollte.

In diesem Moment stürzte sich Monika in eine Umarmung mit ihrer Großmutter, und das Herz der Frau schmolz wieder dahin. Diese Augen, die Nase, das süße Lächeln, die Grübchen in den Wangen, Barbara merkte, wie sehr sie ihre Enkelinnen vermisste.

– Gut, – sagte Barbara.

Monica reichte ihrer Mutter ihre Tasche mit den Habseligkeiten, drehte sich um und ging, ohne sich zu verabschieden.

Sie kam erst am Sonntagabend, um die Mädchen abzuholen, da sie wusste, dass Barbara am Montag arbeiten musste.

Von da an brachte Monica die Kinder fast jedes Wochenende zu ihrer Großmutter und ließ sie bis Sonntagabend dort. Das einzig Gute an der ganzen Situation war, dass Barbara ihren Schwiegersohn nicht mehr sah.

 

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