Ich fragte ihn, wo die Auto- oder Wohnungsschlüssel seien, aber er schwieg, und ich ging beleidigt weg.

Mein Vater hat mir das Studium und alles andere bezahlt. Ich habe mir nichts vorenthalten. Allerdings kam es mir nie in den Sinn, ihn zu fragen, wie er es schaffte, sein Geschäft zu organisieren und zum Blühen zu bringen. Ich interessierte mich nur dafür, was gerade in Mode war, und für das Geschenk, das mein Vater erwähnt hatte. Er versprach mir ein gutes Geschenk, wenn ich mein Studium erfolgreich abschließen würde.

Ich kann nicht sagen, dass mich das motivierte, besser zu lernen. Ich kaufte alle Noten, die in meinem Abschlusszeugnis standen. Als es endlich so weit war, dass ich meinen Abschluss machen und meinem Vater mein rotes Diplom zeigen konnte, holte mein Vater eine Schachtel mit einem Geschenk heraus. In diesem Moment dachte ich nur an die Farbe des Autos, das mein Vater mir schenken würde.

Als ich die Schachtel öffnete, sah ich, dass sie eine Bibel enthielt. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich die Bedeutung dieses Geschenks noch nicht richtig einschätzen. Ich fragte, wo die Auto- oder Wohnungsschlüssel seien, aber mein Vater schwieg, und ich ging beleidigt weg.

Noch am selben Tag packte ich meine Sachen und fuhr mit meinem Freund in die Hauptstadt. Wir heirateten und ich fand eine Arbeit. Ich hörte auf, mit meinem Vater zu kommunizieren.

Mit der Zeit konnte ich mir alles kaufen, was ich wollte, aber ich war nicht mehr glücklich mit teuren Autos, Urlauben in Ferienanlagen und Markenartikeln. Ich schämte mich für meinen Vater und vermisste die Kommunikation mit ihm.

Schließlich weiß ich ja nicht, was mit ihm los ist, ob er gesund ist, wie es um seine Geschäfte steht. Ich wollte meine Gefühle mit meinem Mann teilen, aber dann habe ich es mir anders überlegt. Er und ich hatten nie eine emotionale Bindung. Unsere Ehe war wie ein Schaufenster, aber in Wirklichkeit waren wir einander gegenüber kalt. Wir haben unsere Gefühle nur bei Fotoshootings gezeigt, aber zu Hause lebten wir wie Nachbarn.

Meine Mutter nahm mir das übel, was ich getan hatte, und so kommunizierten wir mit ihr nur über Postkarten, die wir uns gegenseitig in den Ferien schickten.

Ich beschloss, meine Eltern zu besuchen. Ich war sehr besorgt über dieses Treffen und sehr nervös.

Als ich mich dem Zaun meines Hauses näherte, wurde meine Aufregung immer größer. Ich betrat das Haus und sah dort niemanden. Auf dem Regal stand dasselbe Buch, das mir mein Vater am Tag meines Schulabschlusses geschenkt hatte.

Ich begann es durchzublättern und sah, dass auf der letzten Seite ein Schlüssel und Fahrzeugpapiere standen. Wie falsch ich doch lag.

Ich rief sofort meinen Vater an und entschuldigte mich für mein Verhalten. Er verzieh mir und wir versöhnten uns. Aber für mich war es eine Lektion fürs Leben, wie wichtig es ist, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

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