Als sie mitten in der Nacht erwachte, spürte Lena die Leere neben sich. Verwirrt streckte sie die Hand aus, in der Hoffnung, die gewohnte Wärme ihres Mannes Stefan zu fühlen.

In jener langen, dunklen Nacht erwachte Gisela plötzlich und spürte eine beklemmende Leere neben sich. Verwirrt streckte sie die Hand aus, in der Hoffnung, die vertraute Wärme ihres Mannes, Friedrich, zu fühlen.

Doch der Schlaf ließ nicht wiederkehren, und Friedrich schien nicht gewillt zu sein, nach etwa fünfzehn Minuten zurück ins Bett zu kommen. Giselas Herz pochte unruhig, und sie setzte sich auf die Kante des Bettes, starrte in das stockfinstere Zimmer. Was, wenn etwas geschehen wäre? Vielleicht war er krank?

Sie versuchte, sich zu beruhigen, indem sie dachte, Friedrich könnte einfach von Schlaflosigkeit geweckt worden sein und nun noch ein paar berufliche Dinge erledigen. Doch das mulmige Gefühl ließ sie nicht los.

Um nicht unnötig zu beunruhigen, schlich Gisela vorsichtig vom Bett, öffnete leise die Schlafzimmertür und schlich auf Zehenspitzen zur Küche. Kaum ein paar Schritte weiter, erstarrte sie.

Ein Männerstimme drang aus dem Telefon. Der Lautsprecher war laut genug, dass sie die Worte des Gegenübers vernehmen konnte genauer gesagt, der Gegenüber einer Frau.

Ja, Liebling, ich habe die Tickets nach Italien bereits reserviert, ertönte Friedrichs Stimme, voller Vorfreude. Wir werden eine unvergessliche Zeit verbringen. Niemand wird je davon erfahren.

Gisela fühlte, wie der Boden unter ihr wegzubrechen schien. Ihr ganzes Leben zerbrach in einem Augenblick. Jedes Wort, jeder Satz schnitt wie scharfe Klingen in ihr Herz.

Jahre lang hatten sie Seite an Seite gelebt, Pläne geschmiedet, Freude und Kummer geteilt. Wie konnte er das nur tun?

Zurück ins Schlafzimmer gekehrt, lag Gisela im Dunkeln und sah Tränen über ihre Wangen laufen. Ihr Herz zerriss vor Schmerz, und in ihr tobte ein Sturm aus Wut, Groll und bitterer Enttäuschung.

Schließlich fasste sie einen Entschluss, stand auf, ging zum Kleiderschrank und begann, Friedrichs Sachen in einen Koffer zu packen.

Als Friedrich das Schlafzimmer betrat, sah er die geöffnete Reisetasche und fragte verblüfft:
Was ist hier los?

Gisela hob den Blick, ihre Augen voll Entschlossenheit und Enttäuschung.
Ich habe deinen Koffer gepackt, sagte sie ruhig. Damit du ihn mit nach Italien nehmen kannst.

Wovon redest du?, stimmte Friedrich nervös ein Lächeln an.

Tu keine Spielchen, Friedrich. Ich habe dein Telefonat in der Küche gehört.

Friedrich wurde sichtlich nervös, seine Hände zitterten. Er wollte etwas erwidern, doch Gisela schnitt ihm das Wort ab.
Den Rest packst du selbst. Nimm jetzt den Koffer und fahr ins Hotel oder wohin du willst. Und nach deinem Urlaub sollst du mich hier nie wieder sehen.

In jener Nacht änderte sich Giselas Leben grundlegend.

Als Friedrich gegangen war, legte sie sich erneut ins Bett, wohl wissend, dass sie nicht mehr einschlafen würde. Doch ein Gedanke ließ sie nicht los: Jetzt wird alles anders. Keine Illusionen mehr, kein Schmerz mehr durch Verrat. Endlich war sie frei.

Heute, wenn ich an Gisela denke, frage ich mich: War ihr Handeln richtig? Oder hätte sie vielleicht schweigen sollen? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren!

Leave a Reply

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!: