— Wissen Sie, dass Ihr Mann eine Geliebte hat? — Wissen Sie, dass er eine Ehefrau hat? — antwortete ich spielerisch. — Was?! — kam eine schockierte Stimme aus dem Telefon. — Ich bin es nicht! — Nun, ich auch nicht! — Wer ist es dann? — fragte die Stimme verwirrt.

— Wissen Sie, dass Ihr Mann eine Geliebte hat?

— Wissen Sie, dass er eine Ehefrau hat? — antwortete ich spielerisch.

— Was?! — kam eine schockierte Stimme aus dem Telefon. — Ich bin es nicht!
— Nun, ich auch nicht!
— Wer ist es dann? — fragte die Stimme verwirrt.
— Ein Pferd mit einem Hut, — verdrehte ich absichtlich den Satz und legte auf.

Ich hatte keinen Ehemann, aber meine Laune war miserabel, also warum nicht ein wenig Spaß haben? Der Anruf kam ein paar Stunden später erneut.

— Ja, ich weiß von der Geliebten, — beruhigte ich die besorgte Stimme, während ich ein Hähnchenschenkel zerkleinerte.
— Woher wissen Sie das?! — die Stimme war wieder völlig perplex.
— Sie sind so unentschlossen, Geliebte, — belehrte ich sie, während ich Tomatensoße über mein Essen goss.
— Was machen Sie? — die Frau am anderen Ende klang völlig verwirrt.
— Ich esse einen Schenkel.
— Wessen?!
— Der letzten Geliebten.

Das Gespräch wurde abrupt beendet. Laut lachend genoss ich sowohl den Schenkel als auch den Flügel und spülte alles mit Johannisbeertee hinunter.

Diesmal ließ mich die „Geliebte“ nicht lange warten—nur bis ich den letzten Schluck meines Tees ausgetrunken hatte.
— Sie haben mich angelogen, — warf die Stimme am Telefon mir vor.
— Willkommen zurück, Geliebte.
— Warum weinen Sie nicht? — nach einer Pause setzte die Stimme das Gespräch fort.
— Warum sollte ich weinen?
— Eine richtige Ehefrau sollte weinen! — die Stimme war entsetzt.
— Aber ich bin keine richtige Ehefrau. Ein Mann vom Schlitten—eine leichtere Frau.
— Also lassen Sie ihn gehen? — die Frau erstarrte erneut.
— Halte ich ihn etwa fest?
— Mädchen, verdrehen Sie mir nicht den Kopf! — fauchte die Stimme. — Lassen Sie ihn nun gehen oder nicht?
— Nehmen Sie ihn mit, — sagte ich mit einer ausladenden Geste. — Und nehmen Sie auch Wilhelm, Viktoria, Vincent und Valeska mit.
— Wer sind die? — die Geliebte war verwirrt.
— Zwei Kinder, ein Papagei namens Wind und eine Katze namens Valeska. Raten Sie mal, wo die Katze ist. — Ich konnte kaum mein Lachen zurückhalten.
— Aber… warum fangen alle Namen mit „V“ an? — fragte sie vorsichtig.
— Möchten Sie lieber welche mit „A“? — ich konnte mir die Stichelei nicht verkneifen.
— Es ist trotzdem seltsam.
— Daran ist nichts seltsam. Mein Mann hat es so entschieden. Er sagte: „In meinem Haus beginnt alles mit ‚V‘.“
— Aber Sie heißen Linde! — stellte die Geliebte schockiert fest.
— Richtig, — kicherte ich. Ich, die eigentlich Rosa hieß. — Wissen Sie, wie er mich nannte? — kitzelte ich ihre Neugierde.
— Wie? — fragte die Stimme am Telefon erwartungsvoll.

In Gedanken eilte ich durch „V“-Namen und rief theatralisch aus:
— Valerie!
— Und mich nannte er „mein kleiner Star“, — gab die Geliebte verlegen zu.

Da konnte ich mich nicht mehr halten—ich brach in schallendes Gelächter aus. Meine schlechte Laune war wie weggeblasen. Ich war froh, dass ich nicht verheiratet war und solchen Unsinn nicht ernst nehmen musste.

Die „Geliebte“ rief um Mitternacht erneut an:
— Wissen Sie, — sagte sie frech, — wenn Sie so eine ungeeignete Ehefrau sind, dann nehmen Sie doch Ihren ungeeigneten Mann zurück. Ihr seid ein perfektes Paar! — rief sie und legte auf.

Später sah ich, dass sie meine Nummer blockiert hatte.

Und so rettete ich zufällig eine Ehe an einem Samstagabend. Ich hoffe, die Ehefrau hat es zu schätzen gewusst.

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