Die Mutter schrie laut, die leibliche Schwester war schockiert, und der Vater des Kindes gab hundert Euro, drehte sich um und ging.
Diese Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten. Lena saß ruhig in der Küche, trank Tee und blätterte durch die neueste Ausgabe der Zeitung. Es gab nichts Interessantes. Nur Werbung, verschiedene Artikel und nichtssagende Überschriften. Plötzlich stieß sie auf ein Foto und erstarrte. Aus der Zeitung blickten ihr traurig und unergründlich tief erscheinende Augen entgegen, helles Haar und eine schmerzhaft vertraute Hand, genauer gesagt das, was an ihrer Stelle war.
Die Mutter schrie laut, die leibliche Schwester war schockiert, und der Vater des Kindes gab hundert Euro, drehte sich um und ging. Der Schwangerschaftsbauch war bereits unübersehbar, sodass Lena es vor niemandem länger verbergen konnte. Als sie davon erzählte, schrie die Mutter heftig. Sie fragte, was sie sich dabei gedacht habe, und war zutiefst beschämt vor den Leuten. An ihre schwangere Tochter dachte sie dabei kaum.
Auch die Schwester stellte sich auf die Seite der Mutter. Sie lachte nur hämisch. Obwohl in einem Haus drei Frauen lebten, herrschte dort nie Frieden. Sie hatten nie gelernt, sich gegenseitig zu unterstützen, im Gegenteil, sie machten es sich nur schwerer. Die Mutter sagte ihrer jüngsten Tochter, sie solle machen, was sie wolle, nur das Kind dürfe nicht bei ihr zu Hause sein.
Also zog Lena von zu Hause aus. Vor dem Abschied sagte sie ihrer Mutter viele verletzende Dinge. Sie wohnte bis zur Geburt bei Freundinnen. Nach einiger Zeit gebar sie schließlich. Tief in ihrem Inneren wünschte sie sich, nach Hause zurückzukehren. Sie dachte, dass ihre Mutter erweichen würde, wenn sie ihre Enkelin sähe und sie beide wieder aufnehmen würde. Denn im Allgemeinen sagt man, dass Großmütter ihre Enkelkinder noch mehr lieben als ihre eigenen Kinder.
Doch nach der Geburt erfuhr Lena, dass ihre Tochter nicht gesund war. Anstelle einer Hand hatte sie einen Stumpf. Als sie das sah, brach sie in Tränen aus. Nach einem ganzen Tag voller Verzweiflung entschloss sie sich, die Freigabe zu unterschreiben. Zurück zu Hause erzählte sie ihrer Mutter und Schwester, das Kind sei tot zur Welt gekommen.
Anderthalb Jahre später kamen Journalisten ins Kinderheim und machten ein paar Fotos von den Kindern. Eines dieser Fotos wurde in der Zeitung abgedruckt. Der Artikel trug die Überschrift: „Auch unsere Kinder. Sophia, 1,5 Jahre. Landes-Kinderheim.“ Als Lenas Blick auf das Bild fiel, erkannte sie sofort ihre Tochter und die charakteristische Hand und fiel in eine Krise. Natürlich eilten die Mutter und die Schwester herbei. Lena tobte in ihrer Verzweiflung, schrie, dass es ihre Tochter sei, und zeigte ihren Angehörigen den Artikel. Sie wollte sie so sehr zu sich holen.
Die ältere Schwester zögerte nicht lange. Sie merkte sich den Namen des Kinderheims, in dem ihre Nichte lebte. Und schon am nächsten Tag gingen die drei Frauen zum Hauptarzt des Landes-Kinderheims. Nach einiger Zeit regelten sie alle notwendigen Formalitäten und nahmen Sophia mit nach Hause.