Marie war immer ruhig, gelassen und freundlich. Sie stritt nie, erhob nie ihre Stimme, verlangte nie zu viel. Die perfekte Ehefrau – so dachte ich. Ich glaubte auch, ein großartiger Ehemann zu sein – ich brachte Geld nach Hause, kümmerte mich um die Kinder. Und die gelegentlichen Abenteuer nebenbei? Das war doch normal, oder? Ich war schließlich ein Mann!

Ich war mir sicher, dass meine Frau mich niemals verlassen würde. Aber was passiert ist, hat meine Welt auf den Kopf gestellt.

Marie war immer ruhig, gelassen und freundlich. Sie stritt nie, erhob nie ihre Stimme, verlangte nie zu viel. Die perfekte Ehefrau – so dachte ich. Ich glaubte auch, ein großartiger Ehemann zu sein – ich brachte Geld nach Hause, kümmerte mich um die Kinder. Und die gelegentlichen Abenteuer nebenbei? Das war doch normal, oder? Ich war schließlich ein Mann!

Man sagt, dass alle Männchen polygam sind, und ich war da keine Ausnahme. Außerdem wusste meine Frau nichts davon, also gab es auch kein Problem. Ich war mir sicher, meine Spuren gut zu verwischen. Bis vor Kurzem…

Ich machte zufällig einen Zwischenstopp in einem Café vor einem Treffen – und dann traf es mich wie ein Blitz. Marie. Strahlend, lächelnd. Und neben ihr – ein Mann. Er beugte sich zu ihr und hielt sie an der Taille. Sie wich nicht zurück.

In mir tobte ein Sturm. Wie konnte sie nur?! Ich musste mich beherrschen, um diesem Schönling nicht sofort an die Kehle zu gehen. Aber nein, zu Hause würde ich alles klären.

Marie kam eine halbe Stunde später zurück. Fröhlich, glücklich. Ich kämpfte gegen meinen aufsteigenden Zorn an.

„Wo warst du?“ fragte ich durch zusammengebissene Zähne.

„Ich war mit Freundinnen unterwegs“, antwortete sie ruhig.

„Mit Freundinnen?!“ Ich konnte meinen Schrei nicht zurückhalten. „Ich habe dich im Café gesehen! Wer ist dieser Mann?!“

Und dann tat Marie etwas, das ich nie erwartet hätte. Sie sah mir direkt in die Augen und sagte leise:

„Und du durftest all die Jahre fremdgehen? Warum sollte ich das ertragen? Ich will auch glücklich sein. Wenn du deine Affären nicht beendest, werde ich Lukas auch nicht zurückweisen. Das ist nur fair.“

Es fühlte sich an, als hätte mich jemand mit einem Vorschlaghammer getroffen. Wer war diese neue Marie? Wo war die stille, gehorsame Frau, mit der ich so viele Jahre gelebt hatte?

Eine Frage ging mir durch den Kopf: Was sollte ich jetzt tun? Es hinnehmen? Mich scheiden lassen? Oder… vielleicht zum ersten Mal in all diesen Jahren wirklich darüber nachdenken, was ich für sie geworden bin?

Ich habe meine Entscheidung getroffen. Und du?

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