Maria heiratete in jungen Jahren und wurde bald Mutter von Zwillingen. Leider hatte ihr Mann eine ausgeprägte Leidenschaft für das Trinken und Feiern. Die Frau hörte Gerüchte, aus denen sie detailliert über die nächtlichen Eskapaden ihres Mannes und seiner Begleiter erfuhr. Sie blieb jedoch gleichgültig gegenüber diesen Gerüchten. Peter, ihr Mann, befand sich in einem schlechten Gesundheitszustand und wurde häufig ins Krankenhaus eingeliefert. Wenn er zu Hause war, blieb Maria an seiner Seite und kümmerte sich um seine Bedürfnisse.
Als ob das nicht schon genug wäre, machte ihre Schwiegermutter ihr auch noch das Leben schwer, indem sie sie ständig für die ihrer Meinung nach unzureichende Pflege ihres Sohnes kritisierte.
Als die Enkelkinder in Marias Leben traten, wurden ihre Sorgen noch größer. Sie wurde zu einer unermüdlichen Betreuerin, die sich um das Wohl der Kinder sorgte. Die Situation wurde noch dadurch erschwert, dass ihre Schwiegermutter, obwohl sie eine Tochter hatte, beschloss, zu ihnen zu ziehen. Die Schwiegermutter entwickelte bald gesundheitliche Probleme, die vor allem psychischer Natur waren. Es kam vor, dass sie nach dem Essen die Hälfte des Essens auf dem Teller liegen ließ und zu ihrem Sohn sagte: “Mein Sohn, deine Frau ist so ein Miststück: “Mein Sohn, deine Frau ist eine so schlechte Köchin! Wie konntest du sie nur wählen?”.
Maria wusste jedoch, was wirklich vor sich ging.
Trotz aller Schwierigkeiten war ihr das Glück hold, denn das Leben ihrer Schwiegermutter war nicht mehr lang. Ihr Mann hatte zwar aufgehört, so viel zu feiern, fand aber immer noch Trost in der Gesellschaft von Freunden und gönnte sich gelegentlich einen Drink. Die Enkelkinder wuchsen heran, aber die Frau war immer noch sehr beschäftigt: Sie kümmerte sich um den Hof, den Garten, das Haus, kümmerte sich um ihren Mann, liebte ihre Kinder und Enkelkinder.
Es war ein schwieriger Weg, ihr Leben war geprägt von Entbehrungen und ständiger Verantwortung.