Mädchen wurde in der Schule wegen kranker Mutter gemobbt

Das Mädchen kam jeden Tag aufgeregt nach Hause, ihre Augen waren rot von Tränen. Ihre Mutter war nach einem Schlaganfall bettlägerig und erhielt staatliche Unterstützung, die kaum ausreichte, um sie und das Mädchen zu ernähren. Das Mädchen war dreizehn Jahre alt und hatte niemanden, der ihr das Kochen beibrachte, so dass sie sich mit dem kargen Schulessen begnügen musste, das sie im Rahmen des Sozialprogramms kostenlos erhielt, und von den Kindern ausgelacht wurde.

– Papa hat dich verlassen, weil deine Mama ein Krüppel ist! – Die Kinder lachten. – Hast du überhaupt etwas zu essen? Wenn deine Mutter stirbt, kommst du in ein Waisenhaus.

Vor den Waisenhäusern hatte das Mädchen mehr Angst als vor allem anderen. Die Kinder machten ihr Angst, dass die Lehrer dort schlecht seien, dass die anderen Kinder ihr alles wegnehmen würden, was sie liebte, und sie hatte bei ihren Klassenkameraden und den anderen Kindern in der Schule gesehen, wie böse Kinder sein konnten.

– Mama, wann wirst du wieder gesund? – fragte sie manchmal, und ihre Mutter konnte sie nicht einmal trösten, weil sie nicht erklären konnte, was sie wollte oder wozu sie Hilfe brauchte.

Eines Nachts wurde die Mutter krank. Das Mädchen musste einen Krankenwagen rufen und mit ihr ins Krankenhaus fahren, und als sie dort nach ihren Bezugspersonen gefragt wurde, konnte sie nichts sagen. Sie hatte niemanden, den sie anrufen konnte, und die Ärzte sahen sie traurig an. Das Mädchen war mental darauf vorbereitet, dass man ihr sofort sagen würde, sie käme in ein Kinderheim. Glücklicherweise enthielt die Akte ihrer Mutter die Nummer ihres Cousins. Er wohnte in einer anderen Stadt, aber als er erfuhr, dass seine Cousine nicht mehr aus dem Bett kam, kam er sofort.

Die Mutter konnte sich nicht vollständig erholen, die Ärzte sagten, es sei unmöglich, aber es ging ihr viel besser, als der Cousin begann, sie finanziell zu unterstützen und einen Teil der Pflege des Mädchens zu übernehmen. Er hatte Familie in einer anderen Stadt, und sobald seine Cousine aus dem Krankenhaus entlassen wurde, bot er ihr an, mit ihr umzuziehen. Er fand Mieter, die die Miete für den Umzug bezahlten, und brachte das Mädchen und ihre Mutter in seinem Haus unter.

Eine neue Schule, neue Kinder und neue Bedingungen, und das Mädchen blühte auf. Niemand machte sich mehr über sie lustig, niemand drohte ihr mit einem Waisenhaus. Manchmal fragte sie sich, warum niemand die Cousine ihrer Mutter vorher angerufen hatte, warum sich alle in diesem Moment von ihnen abgewandt hatten, aber vielleicht mussten sie erst einige Prüfungen durchmachen, um sich danach mit fürsorglichen Menschen zu umgeben?

Das Leben kann so wechselhaft sein wie das Meer: ruhig oder mit ständigen Stürmen. Wir wissen nie, was uns hinter der nächsten Welle erwartet, aber man hofft, dass früher oder später ein Ufer oder zumindest ein anderes Schiff kommt, und wir dann nicht allein ins Ungewisse segeln.

 

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