Dies ist mein zweites Jahr an der juristischen Fakultät. Zuerst wohnte ich in einem Wohnheim, aber dann fand ich einen Job und beschloss, eine Wohnung zu mieten. Ich habe lange Zeit nicht gesucht. Dann bin ich im Internet auf ein tolles Angebot gestoßen. Es war eine Ein-Zimmer-Wohnung gegenüber meiner Universität. Ich habe es sehr genossen, allein zu wohnen. Ich musste nicht mehr Schlange stehen, um zu duschen, geschweige denn, um nach 23 Uhr in den Schlafsaal zu dürfen.
Am nächsten Tag klopfte es an meine Tür. Es war meine Nachbarin, eine ältere Dame. Sie begann mich zu fragen, wer ich sei und was ich mache. Schließlich bat sie mich, zur Apotheke zu laufen und ihr Medikamente zu kaufen. Sie begann sogar, in ihren Taschen nach Kleingeld zu suchen. Dann beschloss ich, kein Geld von ihr für die Medizin zu nehmen, es war nicht viel Geld, und ich wollte einen guten Eindruck auf meine Nachbarin machen. Sie hätten ihre Freude sehen sollen.
Aber seither bittet sie mich fast jeden Tag um etwas. Dass ich Brot hole, den Müll rausbringe oder mal wieder in die Apotheke gehe. Jetzt aber ging es nicht mehr um Geld. Zweimal habe ich ihr von meinem eigenen Geld Lebensmittel gekauft. Aber noch schockierter war ich, als meine Nachbarin eines Tages kam und mir die Stromrechnungen brachte und mich bat, sie zu bezahlen, weil sie kein Geld hatte. Ich lehnte höflich ab und sagte, ich hätte auch meine Bedürfnisse.
Seitdem tut sie alles, um mich zum Auszug aus dieser Wohnung zu bewegen. Wir können nicht miteinander auskommen. Sogar die anderen Nachbarn fingen an, mich schräg anzuschauen. Und wie sich herausstellte, fing die Nachbarin an, jedem Unsinn über mich zu erzählen. Angeblich klaue ich Glühbirnen aus dem Eingang und werfe Müll aus dem Fenster. Aber ihr letzter Trick hat nicht funktioniert.
Vor einiger Zeit stellten wir auf Fernunterricht um, so dass ich alle meine Kurse online abhielt. Plötzlich, mitten im Unterricht, hörte ich die Türklingel läuten. Ich öffnete und sah meine Nachbarin und zwei Polizeibeamte vor mir stehen.
– Das war sie. Vor ein paar Minuten hatte ich gesehen, wie sie ein Telefon gestohlen hatte.
Ich war schockiert. Aber die Polizisten glaubten ihr. Sie fingen an, mich zu befragen. Aber ich erinnerte mich daran, dass ich einen Kurs auf dem Computer hatte, also zeigte ich ihn ihnen. Dann waren sie überzeugt, dass ich nicht einmal vom Computer weggegangen war, weil ich im Unterricht war. Die Polizei hat es verstanden und sich entschuldigt. Und mein Nachbar hat ein Bußgeld bekommen. Die Polizei wollte sich nicht einmal ihre Beschwerden über ihr Alter und ihren schlechten Gesundheitszustand anhören. Ich weiß nicht, was ich noch von ihr erwarten soll.
