Eltern sind unterschiedlich.
Es gibt Eltern, die ihren Kindern einen Urlaub im Ausland bezahlen können.
Es gibt aber auch Eltern, die ihre Kinder nur mit Wurst füttern und ihnen das Nötigste kaufen können. Was sollen solche Kinder tun, wenn sie erwachsen sind? Sollen sie versuchen, etwas Gutes für ihre Eltern zu tun?
Mein Name ist Sara. Ich bin 42 Jahre alt. Mein Mann und ich haben zwei Kinder. Mein Mann und ich kommen beide aus kleinen Städten. Drei Jahre nach unserer Heirat haben wir beschlossen, ins Ausland zu ziehen. Mein Mann und ich haben uns für Italien entschieden.
Wir haben alles getan, was wir konnten, um dorthin zu ziehen. Anfangs waren meine Eltern nicht begeistert, dass mein Mann und ich in ein anderes Land gezogen waren. Sie verlangten ständig von mir, dass ich zurückkehre. Aber das tat ich nicht.
Fünfzehn Jahre sind vergangen. Wir haben uns an Italien gewöhnt, uns gefällt es hier sehr gut. Auch unsere Kinder sind hier sehr glücklich. Wir leben nicht reich, aber wir sind auch nicht arm. Wir haben genug Geld für alles.
Leider haben sich meine Eltern in letzter Zeit bei mir beklagt, dass sie des Lebens überdrüssig sind. Sie lassen mich ständig wissen, dass sie sehr schlecht leben und deshalb zu mir ziehen wollen. Natürlich wollen sie auf unsere Kosten umziehen und bei uns wohnen. Das bedeutet, dass mein Mann und ich alles für sie aufbringen müssen.
Ich bin schockiert über meine Eltern: Ist ihnen nicht klar, dass wir nicht in der Lage sein werden, uns und sie zu versorgen? Wenn meine Eltern bei uns einziehen, werden wir und unsere Kinder für alles sparen müssen. So ein Leben will ich weder für mich noch für meine Kinder.
Warum muss ich das tun? Warum sollen meine Kinder und mein Mann darunter leiden?
Meine Eltern haben mir nie viel geholfen. Wie können sie von mir verlangen, ihnen einen sicheren Lebensabend zu ermöglichen?
Schließlich haben sie mich nie verwöhnt, nicht einmal jedes Jahr einen Kuchen und ein Geburtstagsgeschenk für mich gekauft.
Was denken Sie: Habe ich Recht?
Man kann dieser Ansicht nicht zustimmen. Immerhin haben Sarahs Eltern ihr eine gute Ausbildung ermöglicht, sonst hätte sie nicht ins Ausland gehen und dort einen Job finden können. Sie haben ihr ein Leben geschenkt und sie großgezogen. Lohnt es sich nicht, an seine Eltern zu denken, wenn es einem gut geht?
Sarahs Eltern haben ihr vielleicht nicht immer geholfen, aber sie haben sicherlich alles für ihre Tochter getan, was sie konnten.