Ich heiratete meinen Mann sehr früh, gleich nachdem ich die Schule beendet hatte. Michael war bereits erfolgreich im Beruf und sorgte für unsere Familie. Für mich waren diese Summen damals unglaublich hoch. Der Altersunterschied war bei uns sechs Jahre.
Kurz nach der Hochzeit schenkte ich meinem Mann einen Sohn. Zwei Jahre später kam unsere Tochter zur Welt. Wir lebten übrigens in Michaels Zweizimmerwohnung. Alleine mit zwei Kindern zurechtzukommen, war natürlich schwierig, aber meine Schwiegermutter half mir enorm. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Sie kam immer, wenn ich Hilfe brauchte. Als ob sie es geahnt hätte.
Als Hausfrau war ich gut, kochte lecker und hielt die Wohnung stets sauber und gemütlich. Als meine Tochter zwei Jahre alt war, nahm ich eine Arbeit als Kinderpflegerin im Kindergarten an. Natürlich verdiente ich nicht viel, aber es war dennoch etwas.
Mit der Zeit konzentrierte ich mich immer mehr auf meine Kinder und vergas mich selbst. Ich denke, viele Mütter machen diesen Fehler. Ich begann, mich über Dinge zu freuen, die mir Verwandte gaben, hörte auf, mich zu schminken oder Kosmetik zu kaufen. Bald bemerkte ich, dass Michael mir gegenüber kühler wurde, oft lange arbeitete und wir kaum noch miteinander sprachen. Wir entfremdeten uns.
Eines Tages kam mein Mann nach Hause und gestand, dass er mir die ganze Zeit untreu war und die Scheidung einreichen würde. Ich war am Boden zerstört, weinte viele Wochen. Aber dann kam meine Schwiegermutter, zog mich in ein Einkaufszentrum, und wir shoppten zusammen. Natürlich war ich zögerlich, Geld für mich auszugeben, doch ich wusste, es war notwendig. Wir kauften eine Menge Kosmetik und Kleidung und besuchten einen Schönheitssalon. Ich begann, mir selbst mehr zu gefallen.
Nach diesen Veränderungen bemerkte ich auch wieder Michaels Interesse an mir. Allmählich verbesserte sich unsere Beziehung. Zum Glück kam es nicht zur Scheidung. Das verdanke ich meiner lieben Schwiegermutter, der ich ewig dankbar sein werde.