Ich besitze ein kleines Stück Land außerhalb der Stadt. Ich pflanze dort nichts an, sondern entspanne mich nur in meiner Freizeit. Ich möchte meine Energie nicht für die Pflege des Gemüsegartens aufwenden. Ich habe dort einen Grill aufgestellt, einen Pavillon zum Sitzen und als Schutz vor dem Regen. Und für die nahe Zukunft habe ich geplant, einen Zaun um mein Grundstück zu errichten.
Also ging ich dorthin, um Würstchen zu braten und mich von der Hektik der Stadt zu erholen. Meine Nachbarn waren normal, nicht lästig oder gesprächig. Nur eine Nachbarin hat mich gelegentlich genervt. Sie fragte sich ständig, wie ich überhaupt ohne Pflanzen leben konnte. Auf ihrem Grundstück auf der anderen Straßenseite war alles dicht mit allen möglichen Schösslingen und Blumen bepflanzt, mit denen sie sich tagelang verbrüderte.
Da es zwischen unseren Grundstücken vorerst keinen Zaun gab, konnte meine Nachbarin manchmal zu mir kommen, ohne dass es ihr peinlich war. Um ehrlich zu sein, ich mochte das nicht. Manchmal fuhr ich einfach auf mein Grundstück und sah sie dort herumlaufen und sich etwas ansehen.
Ich habe sie dann gefragt:
– Stimmt etwas nicht?
– Nein. Ich habe mir angesehen, wo man Zwiebeln pflanzen könnte. Du hast so viel freie Fläche und hier wächst nichts. Ich denke, ich könnte etwas pflanzen. Das würde dir doch nichts ausmachen, oder?
Vor lauter Schreck wusste ich gar nicht, was ich antworten sollte. Ich wollte sie nicht beleidigen, dachte darüber nach und antwortete:
– Du kannst ein Beet bepflanzen.
Später war ich nicht glücklich darüber, dass ich es zugelassen hatte. Sie hüpfte einen halben Tag lang auf meinem Beet herum und ließ mich nicht zur Ruhe kommen, ihre Anwesenheit stresste mich.
Schließlich war ich an der Reihe, in den Urlaub zu fahren, ich fuhr ans Meer. Als ich nach Hause kam, ging ich gleich am ersten Wochenende in meinen Kleingarten. Und wie groß war meine Überraschung, als ich auf meinem Grundstück ein Gewächshaus und ein paar weitere Beete mit Gurken und Tomaten sah.
Ich wusste ganz genau, wer das getan hatte, und brauchte die Nachbarn nicht zu fragen. Das ärgerte mich, also beschloss ich zu handeln. Ich bat einen Freund um Hilfe, wir fuhren noch am selben Tag zum Baumarkt und zäunten den Bereich mit Netzen ein. Jetzt kann sich die Nachbarin nicht mehr frei auf meinem Grundstück bewegen und machen, was sie will.
Und am nächsten Wochenende kam sie und fragte:
– Warum haben Sie einen Zaun errichtet? Jetzt komme ich nicht mehr an meine Setzlinge heran. Willst du dich etwa selbst um sie kümmern?
Das fand ich schon unverschämt, und am Abend habe ich das Gewächshaus abgebaut und die Materialien über den Zaun geworfen. Seitdem hat sie mich nicht einmal mehr gegrüßt.
Und was denkst du, habe ich das Richtige getan?