Eines Tages hörte ich ein Klopfen an der Tür. Ich öffnete sie und sah eine junge Frau vor mir stehen. Sie stand da und schaute mich peinlich berührt an.

Mein Leben war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Als meine Tochter zwei Jahre alt war, starb mein Mann auf tragische Weise. Meine Tochter war eine kleine Kopie ihres Vaters: das Haar, die Form des Gesichts, die Augen. Ich sah meine Tochter an und sah meinen Mann in ihr.

Fünf Jahre vergingen auf diese Weise. Eines Tages hörte ich ein Klopfen an der Tür. Ich öffnete sie und sah eine junge Frau vor mir stehen. Sie stand da und schaute mich verwirrt an.

– Du kennst mich wahrscheinlich nicht. Aber ich muss Ihnen etwas beichten. Bitte haben Sie keine Angst.
Ich ließ die Frau eintreten und bot ihr Tee an. Ihr Name war Sara. Sie begann mir eine Geschichte zu erzählen. Sie hielt ein Bild von einem kleinen Mädchen in der Hand.
– Das ist meine Tochter. Ich habe sie im selben Krankenhaus und sogar am selben Tag wie Ihre Tochter zur Welt gebracht. Der Arzt, der sie entbunden hat, ist unheilbar krank.
– Braucht sie Hilfe? – fragte ich und überholte die Frau.
– Nein, warten Sie und hören Sie mir zu, bitte. Unsere Babys wurden auf der Entbindungsstation verwechselt. Der Arzt erkannte, dass ein Fehler gemacht worden war, hatte aber Angst, dies jemandem gegenüber zuzugeben. Diese Frau hat fünf Jahre lang damit gelebt und ist erst vor kurzem zu mir gekommen und hat mir alles erzählt.

Ihre Geschichte kam mir verrückt vor, deshalb habe ich ihr zunächst nicht geglaubt. Aber Sara war ehrlich. Dann schlug sie vor, einen DNA-Test zu machen. Ich zögerte, stimmte aber zu.

Die Ergebnisse kamen recht schnell. Sie bestätigten, dass mein Mädchen Saras Tochter war und Sara meine.

Um ehrlich zu sein, waren wir beide verwirrt und wussten nicht, was wir tun sollten. Dann beschloss ich, mir das Foto des Mädchens anzusehen. Sie hatte viele Merkmale mit meinem verstorbenen Mann gemeinsam.

Ich zeigte ihr das Foto meines Mannes. Die Frau schrie auf.
– Das ist unmöglich! Er ist der Vater meiner Tochter.

Nach diesem Vorfall sahen wir uns vierzehn Tage lang nicht. Bis ich schließlich beschloss, sie wiederzutreffen. Wir beschlossen, zu vergessen, dass wir denselben Mann liebten. Und das alles zum Wohle unserer Töchter. Sie sind jetzt Halbgeschwister.

So kam es, dass diese Frau meine beste Freundin wurde.

Früher oder später werden wir ihnen diese Geschichte auf jeden Fall erzählen.

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