Klaus Berger kehrte aus der Betriebsausgabe gegen den frühen Morgen zurück. Seine Ehefrau, Liselotte, lag tief und fest im Schlaf, als er sich leise neben ihr aufs Bett schlüpfte und sofort mit leiser Stimme zu summen begann.
Am nächsten Morgen, als Liselotte aus dem Bett stieg, bemerkte sie ein glänzendes, rotes Lippenstiftfleckchen auf Klaus Hemd. Während sie darüber nachdachte, vibrierte sein Smartphone und ein kurzer Text erschien.
Sie griff nach dem Gerät und las: Guten Morgen, mein Lieber!
Ein Schock ließ sie fast vom Stuhl fallen. So ein überraschendes Grußwort von ihrem Mann hatte sie nicht erwartet.
Zehn Jahre eheliches Glück lagen hinter ihnen, zwei bezaubernde Töchter die fünfjährige Marlene und die neunjährige Friederike schlummerten fest in ihrem Zimmer.
Liselotte wollte sofort eine Szene machen, doch sie hielt den Impuls zurück.
Sie schlich ins Bad, ließ die Tränen über das Waschbecken laufen und richtete sich dann vorsichtig wieder.
Das ist ganz einfach, dachte sie, einen Streit anzuzetteln. Aber jeder Streit könnte hier die Tür zu etwas Neuem öffnen. Und wenn er geht, kann ich dann allein zwei Kinder tragen?
Sie nahm eine Dusche, trocknete ihr Haar mit dem Föhn, zauberte eine lockere Frisur und bereitete anschließend das Frühstück zu. Klaus erwachte erst gegen Mittag.
Ach, wie schwer das hier ist, jammerte er.
Möchtest du, dass ich dir einen Kaffee mache? schlug Liselotte mit einem mühsam gezwungenen Lächeln vor.
Sie musste Kraft aufwenden, um das Lächeln nicht zu verlieren. Sobald der Kaffee fertig war, wandte sie sich an ihn.
Klaus, bitte komm morgen nicht zu spät zur Arbeit, ich habe meine zweite Schicht und muss Vicky vom Kindergarten abholen.
Natürlich, natürlich, erwiderte er.
Liselotte arbeitete als Friseurin im Salon einer belebten Straße in Hamburg. Nach ihrer zweiten Schicht brachte sie am nächsten Tag eine Schachtel feiner Pralinen nach Hause.
Hast du Lust auf etwas Süßes?, fragte Klaus, während er die Tür öffnete.
Nur ein Kunde hat sie mir geschenkt, er kommt immer zu mir, um die Haare zu schneiden, und hat mir diese Gabe gemacht, erklärte sie.
Klaus drehte die Pralinen in den Händen und sagte:
Die sind aber nicht billig! Warum hast du sie angenommen?
Klaus, was solls? Er hat mich nicht zu einem Date eingeladen. antwortete Liselotte, und das Gespräch endete.
Einige Tage später kam Liselotte mit einem üppigen Blumenstrauß zurück.
Das kommt wieder von demselben Kunden?, fragte Klaus von der Türschwelle.
Klaus, hielt Liselotte inne, gestern hast du dich nach der Arbeit verspätet, und ich habe dich nicht nach dem Warum oder mit wem gefragt. Und das hier ist nur ein Strauß.
Als Liselotte nach ihrer zweiten Schicht den Salon verließ, stand ihr Mann vor dem Ausgang.
Klaus, hast du die Mädchen allein gelassen?, klagte Liselotte.
Kein Problem, ich habe sie ins Bett gebracht. Ich wollte dich nur im Auto abholen.
Doch das ist doch nur ein kurzer Fußweg von fünf Minuten, versuchte Liselotte zu argumentieren.
Zuhause, nach dem nächtlichen Klingeln, sagte Klaus zu seiner Frau:
Liselotte, darf ich dich künftig nach jeder zweiten Schicht vor der Tür erwarten?
Was soll das heißen? Bist du eifersüchtig? erwiderte sie.
Ja, ein bisschen, gab Klaus zu. Männer schenken solche Dinge nicht einfach so.
Dann sei willkommen, stimmte Liselotte zu. Deine Aufmerksamkeit gefällt mir. Und ehrlich gesagt, ich bin auch ein bisschen eifersüchtig auf deine Überstunden. Plötzlich schien da jemand zu sein.
Na, sags dir! Ich brauche niemanden außer dir. Und das Arbeitschaos ist vorbei. Die neue Software auf den Rechnern läuft, ich erledige alles in der regulären Zeit, Überstunden gibt es nicht mehr, beruhigte Klaus sie.
Bald kehrte das Vertrauen in die Ehe zurück. Doch manchmal, wenn Liselotte von der Arbeit kam, stellte sie auf den Tisch wieder eine Schachtel teurer Pralinen. Und wenn Klaus sie streng ansah, lächelte sie und sagte:
Meine Kunden schenken mir diese Pralinen aus tiefstem Herzen, und ich kann sie nicht ablehnen.
Freunde, wenn euch weitere surreale Geschichten gefallen, hinterlasst Kommentare und vergesst nicht die Likes das gibt uns die Energie, weiter zu träumen.