Vor sechs Jahren kauften mein Mann und ich ein gemütliches Sommerhaus. Wir haben alle Renovierungsarbeiten mit unseren eigenen Händen durchgeführt, das Grundstück aufgeräumt und versucht, jedes Wochenende oder zumindest alle zwei Wochen dorthin zu fahren.
Wir haben praktisch keinen Gemüsegarten angelegt, sondern nur ein Beet mit Gurken, Tomaten, Kräutern, Zwiebeln, Zucchini und Paprika bepflanzt. Also alles Notwendige, aber immer nur ein bisschen.
Wir kauften ein Haus, in dem bereits Sträucher mit Himbeeren, verschiedenen Johannisbeeren und Stachelbeeren wuchsen. Es gab auch eine Menge Erdbeersetzlinge. Ich nahm das Obst oft mit zur Arbeit und servierte es meinen Kollegen. Natürlich waren alle glücklich.
In diesem Jahr wurde eine Frau namens Maria von einer anderen Abteilung zu uns versetzt. Sie schien sehr nett und höflich zu sein. In diesem Moment brachte ich ihr ein paar Erdbeeren mit. Natürlich schenkte ich sie ihr.
Sie aß sie und begann zu schwärmen, wie gut die Erdbeeren schmeckten. Dann begann sie, mich ausführlich zu befragen, woher sie kämen und wie das Haus sei. Ich erzählte ihr gerne alles.
Ein paar Tage später kam Maria zu mir und bat mich um die Schlüssel zu unserem Haus, da ihre Tochter mit ihren Kindern für ein paar Wochen dorthin fahren wollte. Die Kinder sollten die frische Luft einatmen. Sie argumentierte, dass wir erst in einer Woche dort sein würden und ihre Tochter jetzt im Mutterschaftsurlaub sei, sie solle eine Pause von der Hektik der Stadt bekommen.
Ich lehnte natürlich ab. Die Kollegin fühlte sich beleidigt, bestand aber nicht darauf.
Zwei Wochen später kam eine Frau, die in derselben Abteilung wie Maria arbeitete, auf mich zu und fragte, wie sie zu unserem Bungalow käme. Ich fragte sie, warum sie das wissen wollte.
Sie erzählte mir, dass Maria sie und andere Kollegen zu einer Geburtstagsfeier eingeladen hatte, die in unserem Bungalow stattfand, aber jeder musste selbst dorthin kommen.
Ich war fassungslos.
Ich ging auf sie zu und fragte sie, was sie da mache.
– Was ist denn das? – fragte sie mich mit einem unschuldigen Lächeln. Es wird nichts passieren, wenn wir meinen Geburtstag in deinem Haus feiern. Es ist nur ein Tag, es wird niemand dort wohnen. Es tut dir nicht leid, oder?
Doch, es tut mir leid. Es tut mir leid um meine Arbeit, es tut mir leid um das, was die Leute mit meinem Rasen, den Blumenbeeten, den Sträuchern und dem Haus anstellen können.
Außerdem hat sie mich nicht einmal eingeladen. Sie hat nicht einmal um Erlaubnis gefragt.
Ich sagte nein, woraufhin sie beleidigt war.
So soll es sein. Es ist mir egal. Ich verwöhne meine Kollegen schon seit Jahren mit Obst, aber keiner von ihnen hatte den Mut, so dreist zu sein wie sie.
