Sara hat ihr ganzes Leben mit der Suche nach dem Richtigen verbracht. Sie war bereits zweimal verheiratet und glaubt, dass es noch nicht vorbei ist, obwohl sie bereits in den Sechzigern ist. Sie ist eine sehr gepflegte und gut aussehende Frau jüdischer Herkunft. Der größte Teil ihrer Familie und ihre Kinder aus früheren Ehen leben in Israel, und sie reist zu ihrem eigenen Vergnügen durch die Welt. Nichts ist ihr peinlich oder macht ihr Angst, aber sie versucht immer noch, einen neuen Mann zu finden.
Sie erzählt mir oft all diese lustigen Geschichten über Verabredungen. Ich bin fünfundfünfzig Jahre alt und so etwas hat es bei mir noch nie gegeben, und ich will gar nicht daran denken, dass ich eines Tages meinen Mann verlassen und mir einen anderen suchen könnte.
Wie auch immer, Sara ist seit kurzem mit einem vierzigjährigen Mann zusammen. Auch er hat eine Ehe hinter sich, und auf den ersten Blick ist er kein schlechter Mensch. Und das ist es, was verdächtig ist. Warum sollte ein so junger Mann, der einen guten Job hat, jemanden wie Sara wollen? Ja, sie zahlt für ihn, ja, sie macht ihm teure Geschenke, aber damit kauft man keine Wohnung und kein Auto. Und das heißt auch nicht, dass er verrückt nach ihr ist.
Im Gegenteil, sie mag alles. Sie fühlt sich geliebt und gewollt, sie prahlt mit ihrem jungen Verlobten. Sie wohnen zusammen in ihrer Wohnung, fahren in den Urlaub, gehen romantisch essen. Sara hat noch nichts davon gesagt, dass sie heiraten wollen – vielleicht will er auch gar nicht heiraten. Aber trotzdem ist ihre Beziehung für mich wie eine Art Dissonanz – sie passt nicht in meinen Kopf. Warum sind sie zusammen? Weil sie sich miteinander wohlfühlen, oder gibt es einen anderen Grund, über den Sara nicht spricht?