Vor Jahren war ich unsterblich in Adam, den besten Freund meines Vaters, verliebt. Wenn ich heute daran denke, wie töricht ich war, schäme ich mich.
Aber damals habe ich geglaubt, dass es eine große Liebe war und dass er der Mann meines Lebens war.
Es war gut, dass er weise, geduldig und taktvoll war und dass er sein Bestes gab, ohne mir viel Schmerz oder Skandal zu bereiten.
Ich war immer noch wütend auf ihn, und um ihn zu “bestrafen”, ließ ich mich mit dem größten Trottel der Gegend ein.
Auf die eine oder andere Weise flehten mich meine Eltern an, mich nicht mit ihm einzulassen, dann fingen sie an, mir zu drohen, und schließlich schaltete sich Adam ein, um mich zu retten.
Dann war er in meinen Augen der größte Verräter und Drecksack, ich hasste ihn.
Ich tat weiterhin dumme Dinge und dachte, ich bestrafe andere. Am Ende wurde ich schwanger, missbraucht, verlassen und unglücklich.
Mit meiner Mutter konnte ich nicht darüber reden, und mein Vater hatte sowieso Herzprobleme. Ich hätte ihn fertig gemacht, wenn ich ihm gesagt hätte, dass ich ein Baby statt eines Diploms nach Hause bringe.
Bei wem hätte ich mich beschweren sollen, wenn nicht bei Adam. Er war schon lange geschieden und lebte allein.
Ohne lange zu überlegen, stand ich vor seiner Tür. Ich brach in Tränen aus, als er die Tür öffnete.
Von da an überließ ich ihm alles – seine Ex-Frau war Hebamme und begleitete mich von der ersten Untersuchung bis zur Abtreibung.
Sie war cool, ich verstand nicht, warum Adam sich von ihr scheiden ließ, aber er konnte sie nicht mit irgendeinem Arzt teilen.
Meine Liebes-Eskapaden blieben unser großes Geheimnis. Ich bin sicher, er hat das alles für meine Eltern getan. Er verhielt sich wie ein wahrer Freund – ihrer und meiner.
Ich werde nie den Abend vergessen, an dem er mich von der Arbeit abholte, mit mir in ein Café ging und mir die Wahrheit über meinen Vater erzählte – sein Herz war so krank, dass man nichts mehr tun konnte.
Selbst wenn ein Spender gefunden worden wäre, hätte er die Transplantation nicht überlebt.
Ich habe den Tod meines Vaters nur dank Adam überlebt, der meine Hand nie losgelassen hat, der meine Tränen immer wieder abwischte, der sie nie versteckte, sondern mit mir weinte.
Dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Neben allem anderen vor allem dafür, dass er nicht auf meine dummen Gedanken eingegangen ist.
Ich weiß nicht, was ich damals gedacht habe, aber er hat sich nicht von mir verführen lassen. Er kannte seinen Platz im Leben, und er hat meinen gerettet.
Ich bin froh, dass ich meinen besten Freund nicht wegen meiner Vorstellungen von Liebe verloren habe.