Ich bin 50 Jahre alt, ich bin seit 28 Jahren verheiratet, mein Mann und ich haben zwei erwachsene Kinder. Die älteste Tochter ist bereits Mutter, der Sohn lebt ebenfalls getrennt.
Mein Mann und ich wohnen in einer Wohnung, aber weil wir ein Häuschen außerhalb der Stadt haben, leben wir dort vom Frühjahr bis zum Spätherbst. Immerhin gibt es dort frische Luft, einen Gemüsegarten und einen bequemen Arbeitsweg; zugegeben, wir müssen früher aufstehen als in der Stadt, aber das fällt uns nicht schwer.
Das bedeutet, dass unsere Wohnung die meiste Zeit über leer steht. Das hat meine Jugendfreundin Monica angezogen, die sich vor nicht allzu langer Zeit von ihrem Ehepartner scheiden ließ und einfach nirgendwo anders hin konnte. Ich beschloss zu helfen, aber was dann geschah, war ein wahres Massaker.
Anfang Mai übergab ich ihr die Schlüssel und mein Mann und ich zogen in unseren Bungalow. Ich kam ein paar Mal im Monat vorbei, um ein paar Sachen abzuholen, dann bei anderen Gelegenheiten. Und etwas später kam ich nicht mehr. Vielleicht hätte ich gar nicht gewusst, dass außer Monica noch jemand in unserer Wohnung wohnt, wenn mich nicht Ende Juli ein Nachbar angerufen und gefragt hätte:
Haben Sie die Wohnung verkauft?
Ich antwortete, dass die Wohnung immer noch uns gehöre, dass aber eine enge Freundin von mir vorübergehend dort wohne. Daraufhin sagte die Nachbarin:
‘Hier wohnt nicht nur ein Freund, sondern gleich mehrere, und außerdem kommen jeden Tag fünf oder sechs Freunde vorbei!
Was ich da hörte, machte mich natürlich sehr wütend. Es ist eine Sache, wenn jemand, den man kennt, im Haus wohnt, aber es ist etwas ganz anderes, wenn sich die Wohnung in eine Herberge verwandelt. Ich beschloss, meinen Freund nicht anzurufen, und machte mich sofort auf den Weg, um herauszufinden, was los war. Ich kam pünktlich an:
Ein Mann mittleren Alters kam gerade aus meiner Wohnung und ein Mädchen stand neben ihm. Als ich dieses Bild sah, fragte ich, ob der Besitzer zu Hause sei. Die Antwort war ja, und ich fragte, ob sie herauskommen könne. Meine Freundin kam heraus.
Ich fragte sie:
Wie lange sind Sie schon die Besitzerin hier?
Sie versuchte, sich zu rechtfertigen, aber es kam nichts dabei heraus. Schließlich fand ich heraus, dass sie zwei leere Zimmer an zwei verschiedene Personen vermietet hatte und das dritte selbst bewohnte. Dies ging auf Kosten meiner Renovierungsarbeiten und Investitionen in die Wohnung. Eine Stunde später war niemand mehr in der Wohnung, und mein Freund und ich hatten immer noch nicht miteinander gesprochen.
Ich dachte, dass mich mit 50 nichts mehr überraschen würde, aber ich hatte mich geirrt.