Anna hatte keine guten Erinnerungen an ihre Eltern. Als ihre Mutter starb, wollte ihr Vater nicht mit dem kleinen Mädchen allein bleiben. Er nahm Anna mit zu ihrer Großmutter, ließ das kleine Mädchen unter dem Tor zurück und ging. Annas Großmutter war zu dieser Zeit im Garten, so dass sie nur das Geräusch eines Autos hörte.
-Wer war das? dachte sie und ging nachsehen.
Als sie nach draußen kam, sah sie ihre Enkelin.
-Was für ein Idiot! Er hätte es mir wenigstens sagen können!
Sie nahm Anna an der Hand und führte sie ins Haus. Am Abend kam der Großvater nach Hause.
– Was, Mark hat sie zurückgebracht?
– Ja, er hat sie gebracht. Er ließ das Kind am Zaun zurück und fuhr weg.
Sie murmelten lange und schliefen dann ein. Die Zeit verging. Die Großeltern kümmerten sich mit Leib und Seele um ihre Enkelin.
Sie lehrten das Mädchen, Menschen mit Respekt zu behandeln und eine gute Haushälterin zu sein. Anna wuchs heran und wurde eine wunderbare Hilfe für ihre Großeltern. Und die konnten gar nicht genug von ihrer Enkelin bekommen, die ihrer Mutter sehr ähnlich war. Auch sie hatte ihren Eltern geholfen und war dann gestorben. Den alten Leuten wurde warm bei der Erinnerung an ihre Tochter. Anna war bereits dabei, die Schule zu beenden. Einmal war der Großvater der erste, der ein Gespräch begann:
– Unsere Enkelin ist klug und intelligent. Ich wünschte, ich könnte sie irgendwo zum Studieren hinschicken.
– Sie haben Recht. Heutzutage ist Bildung sehr wichtig.
Die Großeltern hoben ihre letzten Ersparnisse auf und schickten ihre Enkelin zum Studium in die Stadt. Anna schloss ihr Wirtschaftsstudium mit Auszeichnung ab und kehrte dann in ihr Heimatdorf zurück.
Das Stadtleben gefiel ihr nicht. Ihre Großeltern waren sehr glücklich. Sie würden im Alter nicht allein sein.
Anna beschloss, den Bauernhof auszubauen. Sie begann, das Land zu bewirtschaften. Sie nahm einen Kredit auf, kaufte mehr Land und stellte Leute ein. Später baute sie einen Bauernhof und kaufte Vieh. Da sie jedoch nicht genügend Arbeiter hatte, beschloss sie, in der Zeitung zu inserieren. Sie versprach einen guten Lohn und eine Unterkunft. Ein Mann bewarb sich. Er war schmutzig und verwildert. Es war offensichtlich, dass das Leben ihn nicht verschont hatte. Er ging auf Anna zu und nannte sich ihren Vater.
Der Mann bat seine Tochter um nichts, denn er wusste, dass er nach zwanzig Jahren kein Recht mehr dazu hatte. Er bat nur um eines – seiner Tochter nahe zu sein. Er war allein, also konnte er seiner Tochter vielleicht in irgendeiner Weise helfen. Anna vergab ihrem Vater. Seitdem lebt er mit seiner Tochter zusammen und hilft ihr bei allem, weil er Angst hat, allein zu sein.
Glauben Sie, dass Anna das Richtige getan hat, indem sie ihrem Vater verziehen hat?