Dem Mann schien es, dass er in einem anderen Land viel Geld verdienen und ein schönes Haus bauen könnte – so eines wie sein Nachbar. Doch bald erkannte er, dass dies nicht das Wichtigste im Leben ist.

 

Auf den Hof rannte die ältere Tochter, die 8-jährige Sophie, die gerade aus der Schule zurückgekommen war. Sie begrüßte alle und lächelte ihre Tante Magdalena herzlich an, bevor sie loslief, um sich umzuziehen und ihrer Mutter im Haushalt zu helfen. Die jüngere Tochter war noch im Kindergarten – sie sollte von der Oma abgeholt werden, die immer half. Es war schwer für Katharina, alleine zurechtzukommen: zwei Kinder, Haushaltsaufgaben und Arbeiten im Garten nahmen viel Kraft und Zeit in Anspruch. Alles, weil ihr Mann Michael zur Arbeit nach England gegangen war.

Michael sagte immer, dass man in ihrer Heimatstadt keine gute Arbeit finden könne, und beschwerte sich über den ständigen Geldmangel. Er beschloss, dass Arbeit im Ausland der Familie helfen würde, der Armut zu entkommen und den Traum von einem neuen Haus zu verwirklichen. Der Nachbar hatte bereits ein großes, schönes Haus gebaut, dank der Arbeit im Ausland, und Michael wollte seinen Kindern dieselbe Stabilität und denselben Komfort bieten.

Nachdem er sich mit einem Freund, der schon lange in London lebte, abgesprochen hatte, fuhr Michael nach England, um sein Glück zu suchen. Doch nach seiner Ankunft stellte sich heraus, dass die Arbeit, die ihm sein Freund versprochen hatte, bereits vergeben war. In den ersten Wochen suchte er vergeblich nach einer Beschäftigung. Schließlich nahm er auf Anraten von Bekannten eine Stelle als Packer in einer Fabrik an. Das Gehalt war bescheiden und entsprach nicht seinen Erwartungen.

Zwei Monate vergingen. Michael rief Katharina an und sagte, dass er nach Hause zurückkehren wolle. In dieser Zeit hatte er nur 800 Pfund verdient. Er klagte über Rückenschmerzen, Erschöpfung und die harten Arbeitsbedingungen. Michael erkannte, dass diese Arbeit die Trennung von seiner Familie und seine Gesundheit nicht wert war. Die Arbeit im Ausland und der fehlende Kontakt zu seinen Kindern waren unerträglich.

Katharina nahm die Nachricht von seiner Rückkehr mit Freude auf. Unerfüllte Träume von einem neuen Haus oder die geringe Summe Geld machten ihr keine Sorgen. Das Wichtigste war, dass ihr Mann nach Hause zurückkehrte, denn ohne ihn war es ihr äußerst schwer gefallen. Auch die Kinder vermissten ihren Vater.

In der Zwischenzeit kam die Oma mit der jüngeren Enkelin zurück und begann sofort, das Abendessen zuzubereiten. Alle waren hungrig und freuten sich auf ihre leckeren Pfannkuchen. Es war bereits dunkel, als Michael das Haus betrat. In der Hand hielt er eine kleine Tasche und nur ein paar kleine Geschenke für seine Töchter. Michael setzte sich auf das Sofa und blickte traurig auf seine Familie. Er begann zu erzählen, wie schwer es für ihn gewesen war, allein in einem fremden Land zu sein, und wie er erkannt hatte, dass kein Geld der Welt seine Lieben ersetzen könnte.

Die Oma wischte sich Tränen aus den Augen, als sie seine Worte hörte, und lehnte das Geld ab, das er ihr anbot. Sie sagte, er solle es für die Kinder behalten. Michael saß unter seinen Lieben und fühlte sich wirklich glücklich. Er hatte einen Ort auf der Welt, an dem er geliebt wurde und auf den er immer zählen konnte.

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