Es ist 11 Jahre her, dass meine einzige Tochter geheiratet hat. Ihr Ehemann war mir auf Anhieb sympathisch – er war ein intelligenter, gebildeter Mann, recht galant und höflich. Als meine Tochter seine Frau wurde, konnte ich mich nicht mehr freuen.
Und ein Jahr später war ich glücklich, Großmutter zu werden. Da ich aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gehen wollte, schlug meine Tochter vor, dass ich bei ihnen wohnen sollte. Sie würde ohnehin Hilfe mit dem Baby brauchen. Ich war glücklich, zu ihnen zu gehen.
10 Jahre lang, alle 10 Jahre, habe ich mich in ihrem Haus abgemüht. Ich habe gekocht, Wäsche gewaschen, Böden und Schränke gewischt und zwei Enkelkinder großgezogen, damit die Kinder Spaß hatten, damit sie leicht Geld verdienen konnten und nicht abgelenkt wurden.
Und jetzt kommt die Neuigkeit. Sie machen Urlaub und werden mit den Kindern ins Ausland fahren. Aber ohne mich. Und warum? Weil sie eine Pause von mir haben wollen. Dann ist es ja gut, dass ich so viele Jahre lang eine freie Dienerin und Kinderfrau war. Das kann ich nicht verstehen.
