Ich werde bald Mutter meines dritten Kindes. Wir leben in einer Einzimmerwohnung und kommen kaum über die Runden. Wir können es uns nicht leisten, eine größere Wohnung zu kaufen. Ich bin im Mutterschaftsurlaub, mein Mann arbeitet als Elektriker.
Meine Eltern haben eine große Drei-Zimmer-Wohnung. Ich bin ein Einzelkind. Ich habe keine Brüder und Schwestern. Nach der Geburt meines zweiten Kindes habe ich meinen Eltern vorgeschlagen, mir ihre Wohnung zu überlassen.
Über die Eltern meines Mannes habe ich nichts zu sagen. Auf sie ist definitiv kein Verlass. Meine Schwiegermutter kümmert sich nur um ihre geliebte Tochter und schert sich einen Dreck um ihren Sohn. Sie scheint vergessen zu haben, wie ihre Enkelkinder sind, vielleicht weil ich und mein Mann sie zur Großmutter gemacht haben und ihre Tochter seit sechs Jahren nicht mehr schwanger werden kann.
Das ist total ungerecht. Wir schenken unseren Eltern Enkelkinder, wir zeugen Nachwuchs, und sie wollen sich nicht einmal um sie kümmern.
Nein, ich möchte meine eigenen Eltern nicht aus ihrer Wohnung werfen. Aber sie haben ein Haus auf dem Land mit einem Hinterhof. Da gibt es einen Garten, da können sie Gemüse anbauen. Sie leben fast den ganzen Sommer auf dem Land, warum also nicht dauerhaft dort bleiben?
Jetzt, wo ich kurz vor der Geburt stehe, schlage ich das nicht vor, sondern sage, dass wir gerne in ihrer Wohnung leben würden und dass meine Eltern ausziehen sollten, bevor wir ein weiteres Kind bekommen.
Aber das wollen sie nicht, weil es dort keine normalen Lebensbedingungen gibt. Es gibt keine Toilette im Haus, kein Gas, keine Heizung. Also was soll’s? Brauchen sie viel im Alter? Ich verstehe meine Eltern nicht, das ist alles.