Ohne das Wissen meines Sohnes habe ich Geld von ihm genommen. Er nannte mich einen Dieb und verbot mir, in sein Haus zu kommen.

Ich bin vor sechs Jahren in Rente gegangen. Sie wissen, wie niedrig die Renten sind. Sie reichen kaum für das Brot eines Mannes. Ich war es gewohnt, ein anständiges Leben zu führen. Mein ganzes Leben lang habe ich so gelebt. Und hier muss ich sparen. Warum muss ich das tun? Es gibt nur ein Leben.

Zuerst beschloss ich, meine Kinder um Geld zu bitten. Sie haben mir immer geholfen. Dann haben sie aufgehört. Und alles nur, weil meine Schwiegertochter geizig und gemein ist. Sie fahren jedes Jahr in den Urlaub. Sie könnten mir helfen. Habe ich nicht Recht? Sie sind geizig. Ich bin eine zusätzliche Ausgabe für sie.

Um ehrlich zu sein, hätte ich nichts dagegen, zu meinem Sohn zu ziehen. Sie haben viel Platz. Aber mein Sohn rümpft die Nase über mich. Er sagt, alle Zimmer seien belegt. Sie haben Online-Jobs, also arbeiten mein Sohn und meine Schwiegertochter von zu Hause aus. Jeder braucht seine eigene Ecke und seine Ruhe. Meine Enkelin will auch ihr eigenes Zimmer.

Aber was soll sie tun? Würde ich mich einmischen? Ich wäre still wie ein Mäuschen.

Meine Tochter ist weit weg – sie lebt im Ausland. Sie schickt mir alle sechs Monate Geld. Aber das reicht nicht, um auf hohem Niveau zu leben.

Also beschloss ich, etwas nicht sehr Gutes zu tun. Als ich meinen Sohn besuchte, stahl ich heimlich seine Kreditkarte und überwies das Geld an mich selbst. Und warum? Er hatte drei Karten. Ich dachte, er würde das Verschwinden einer Karte nicht bemerken oder denken, dass seine Frau sie genommen hat.

Aber am Abend desselben Tages rief mich mein Sohn an und nannte mich einen Dieb.

– Sohn, was machst du da? Was für ein Dieb bin ich denn? Ich habe etwas Geld für mich selbst genommen. Ich habe es nicht zur Unterhaltung genommen. Ich werde in die Apotheke gehen und Vitamine kaufen, weil ich kaum noch atmen kann. Medikamente sind jetzt sehr teuer. Deshalb habe ich sie von dir genommen. Wen kann ich sonst noch fragen?

Mein Sohn wollte mir nicht einmal zuhören. Er sagte mir, ich solle mich nicht mehr bei ihm blicken lassen. Er schämt sich für mich.

Ich schäme mich auch, ich habe mein ganzes Leben meinen Kindern gewidmet, und im Alter habe ich nicht einmal mehr Geld für Brot.

 

 

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