Ich hatte eine richtig schöne Ehe meinen Mann und die beiden Kinder. Doch eines Tages ging alles drunter und drüber. Mein Liebster kam von der Arbeit, geriet in einen Unfall und starb. Ich dachte, das Schicksal würde mich völlig zerreißen, aber meine Mutter drängte mich, für die Kleinen stark zu bleiben. Also habe ich mich zusammengerissen, hart gearbeitet und, als die Kinder groß genug waren, bin ich ins Ausland gegangen, um Geld zu verdienen. Ich musste mich völlig allein durchkämpfen, weil ich keinerlei Unterstützung hatte.
Zuerst landete ich in Polen, dann in England. Ich musste ständig den Job wechseln, bis ich endlich ein ordentliches Einkommen hatte. Jeden Monat schickte ich Geld nach Hause, kaufte den Kindern schließlich eine Wohnung und machte in meiner eigenen Bleibe eine ordentliche Renovierung. Ich war richtig stolz auf mich. Ich dachte schon daran, für immer nach Deutschland zurückzukehren, doch vor etwa einem Jahr änderte sich alles: Ich lernte einen Mann kennen. Er ist ebenfalls Deutscher, lebt aber seit zwanzig Jahren in England. Wir kamen ins Gespräch und ich spürte, dass zwischen uns etwas entstehen könnte.
Doch Zweifel nagten an mir. Arthur so heißt er wollte nicht nach Deutschland zurückziehen, und ich wollte doch nach Hause. Schließlich fuhr ich wieder nach Deutschland. Erst traf ich meine Kinder, dann meine Eltern. Meine Schwiegermutter hingegen konnte ich kaum besuchen, weil ich einfach keine Zeit hatte so viele Verpflichtungen standen mir im Weg. Dann kam meine Freundin, die in einem Supermarkt arbeitet, zu Besuch und erzählte mir Folgendes:
Deine Schwiegermutter ist richtig sauer auf dich!
Woher hast du das?, fragte ich verwirrt.
Ich habe sie mit einer Bekannten reden hören. Sie meinte, du wärst eingebildet und das Geld habe dich verdirbt. Und dass du ihnen überhaupt nicht finanziell geholfen hast.
Das hat mich richtig getroffen. Ich habe meine beiden Kinder allein großgezogen und alles für sie getan. Ich konnte meiner Schwiegermutter nichts geben, ich musste selbst noch etwas zu essen haben, verstehst du?
Nach so einem Gespräch hatte ich überhaupt keinen Wunsch mehr, zur Schwiegermutter zu gehen. Trotzdem zog ich meine Kräfte zusammen, kaufte ein paar Lebensmittel und fuhr hin. Anfangs lief alles gut, aber die Worte aus der Unterhaltung schwirrten weiter in meinem Kopf. Am Ende sagte ich:
Ihr versteht doch, es war nicht einfach all die Jahre. Ich habe alles für die Kinder getan, weil ich sonst keine Hilfe hatte.
Sie erwiderte:
Wir stehen ebenfalls ohne Unterstützung da. Jeder hat Kinder, die helfen, und wir sind dann doch allein. Auch wir sind ein bisschen wie Waisenkinder! Du solltest zurückkommen und uns unterstützen.
Meine Schwiegermutter wirkte plötzlich ganz trocken. Ich traute mich nicht mal zu sagen, dass ich in England einen Mann habe. Ich ging traurig davon. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich tun soll. Soll ich wirklich den Eltern meines verstorbenen Mannes helfen? Ich halte das nicht mehr aus.
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