– Mama, ruf mich an, wenn du hier bist. Ist das okay? Wir ziehen uns schnell an und gehen mit dir.
Julia atmete endlich ruhig durch. Ihr Mann hat heute frei und wird sich um die Kinder kümmern, so dass sie sich endlich Zeit für sich selbst nehmen kann. Und bald werden sie Mama und Papa besuchen. Sie haben sich seit über einem Monat nicht mehr gesehen.
Da sie zwei Kinder haben, haben sie nicht viel Zeit, ihre Eltern zu besuchen.
Julia und Maks lebten wie eine ganz normale Familie. Sie waren nicht sehr reich, aber sie hatten alles, was sie brauchten. Und ihre Kinder … hatten alles, was sie wollten.
Julia wartete lange darauf, dass ihre Mutter sie endlich anrief. Dann legte sie sich auf das Sofa und schlief ein, bis ihr Mann sie aufweckte.
– ‘Schatz, wach auf. Die Eltern sind da.
Julia stieg eilig aus dem Bett. Der Vater hatte seiner Tochter den Schnellkochtopf ihrer Mutter mitgebracht, den sie nicht benutzt.
Die Eltern wollten Julia, Maks und die Enkelkinder in ihr Haus bringen. Doch der Vater brachte den Schnellkochtopf schnell in die Wohnung, drehte sich dann um und ging. Julia verstand das nicht und rief sofort ihre Mutter an:
– Mama, wo bist du? Wir wollten doch alle zusammen zu dir nach Hause gehen.
– Tochter, wir haben heute noch andere Gäste. Wir müssen noch etwas kochen.
– Was sagst du denn da? Was ist mit uns?
– Julia, lenk mich nicht ab. Ich habe genug zu tun.
– Ja, ich verstehe. Freunde sind also wichtiger als die Familie.
Julia legte den Hörer auf. Später dachte sie, sie sei zu hart zu ihrer Mutter gewesen. Aber wie sollte es auch anders sein, wenn Freunde für ihre Mutter viel wichtiger sind als Enkelkinder und Kinder. Zumal sie sich schon lange nicht mehr gesehen hatten.