Nachdem ich mich von meinem Mann scheiden ließ, war ich erleichtert. Ich hatte viel weniger Grund, nervös zu sein!
Leider war es meinem Ex egal, dass ich mit zwei Kindern allein dastand. Er wollte nur eines – das Haus, das wir gemeinsam gekauft hatten. Mein Mann wollte von all dem nichts wissen. Seiner Meinung nach war er derjenige, der jahrelang gearbeitet und Geld verdient hatte, also gehörte alles, was wir hatten, ihm und nicht mir und den Kindern. Man muss schon egoistisch sein, wenn man nur an sich selbst denkt.
Ich sagte ihm, dass ich ihn verklagen und meinen Standpunkt beweisen würde. Mein Ziel war es, ihn zu zwingen, Unterhalt zu zahlen. Daraufhin sagte er, er werde nicht zahlen. Das ging über ein Jahr lang so weiter. Während dieser ganzen Zeit lebte ich in einer Mietwohnung. Anfangs nahm mein Ex die Kinder mit zu sich, aber dann wollten die Kinder nicht mehr zu ihm gehen. Sie waren damit einverstanden, aber nur mit mir oder mit ihrer Großmutter. Nicht mit ihnen allein.
Ich habe sie nicht gezwungen, Kontakt mit ihrem Vater zu haben. Ich weiß bis heute nicht, warum sie nicht mehr zu ihrem Vater gingen. Nach einiger Zeit lernte ich Mark kennen. Er entpuppte sich als ein netter und sympathischer Mann. Marek nahm mich und die Kinder bei sich auf. Wir lebten gut. Ich verzichtete auf mein Haus und auf Unterhaltszahlungen. Ich habe den Kindern den Kontakt zu ihrem Vater nicht verboten, aber sie grüßen ihn nur auf der Straße, sie wollen nicht zu ihm gehen.
Wir brauchen nichts von ihm. Er wollte ein Haus, dann soll er dort wohnen, aber er soll sich aus unserem Leben heraushalten. Ich habe von gemeinsamen Freunden gehört, dass er mir die Schuld für alles gibt. Na ja, sei’s drum. Mir ist das egal.
Ich habe eine wunderbare Familie, meine Kinder lieben und respektieren Mark, und ich bin endlich glücklich.
Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass ich schwanger bin. Meine Kinder können gar nicht genug davon bekommen, sie warten auf ein Brüderchen oder Schwesterchen.
Vor kurzem habe ich meinen Ex auf der Straße getroffen. Er schaute mich verächtlich an. Und ich lächelte ihn an. Wie gut, dass ich jemanden habe, für den ich leben kann.