Meine Mutter hat ihren gesamten Besitz meinem Bruder vermacht.

Ich habe schon früh eine Familie gegründet. Mein Bruder Adam war nicht verheiratet. Meine Mutter und ich baten ihn mehr als einmal, sich eine Freundin zu suchen, weil die Zeit verging und wir Angst hatten, dass er allein bleiben würde. Adam wollte nicht auf uns hören. Dann beschlossen wir, alles so zu lassen, wie es war.

Ich habe zwei Kinder. Meine Mutter half mir oft mit ihnen. Sie ging mit ihnen spazieren und holte sie von der Schule ab. Im Gegenzug erledigte ich ihre Einkäufe und bezahlte die Stromrechnungen.

Später fand Adam eine Frau, die drei Jahre jünger war als er. Sie haben einen Sohn. Seitdem hilft meine Mutter ihnen bei der Erziehung des Kindes. Ich habe den Eindruck, dass sie meine Kinder vergessen hat, sie fragt nicht einmal, wie es mir alleine geht. Am Anfang war es sehr schwer für mich, weil ich meine Kinder von der Schule abholen musste. Dann kamen sie von alleine zurück und alles hat sich eingespielt. Natürlich bin ich meiner Mutter dankbar, dass sie mir früher geholfen hat.

Durch Zufall erfuhr ich, dass meine Mutter die Wohnung und das Haus meiner Großmutter an meinen Bruder abgetreten hatte.
Ich konnte das nicht ertragen und beschloss zu fragen, warum sie das getan hatte:

– Mama, was ist mit mir? Alles geht auf meinen Bruder…

– Tochter, du hast einen Ehemann. Er sollte dich und deine Kinder mit allem versorgen, was ihr braucht.

Ich verstehe das nicht, Adam ist doch auch ein Mann, warum verdient er nicht seine eigene Wohnung und sein eigenes Haus, sondern nimmt alles für sich selbst in Anspruch? Außerdem ist das Geld, das ich früher meiner Mutter gegeben habe, auch in seine Hände übergegangen. Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich habe meiner Mutter dann gesagt, dass ich ihre Nebenkosten bezahle, aber sie soll nicht erwarten, dass ich ihnen Geld gebe. Meine Mutter war sehr entrüstet über meine Worte. Sie nannte mich herzlos. Aber wo ist da Herzlosigkeit?

Vor einer Woche rief ich Adam an. Ich erzählte ihm, dass ich Kinderkleidung habe, aus der meine Kinder bereits herausgewachsen sind, sowie verschiedene Spielsachen. Innerhalb einer Stunde stand mein Bruder vor meiner Haustür, warf die Sachen sofort ins Auto und wollte wegfahren.

– Du könntest doch wenigstens danke sagen! Sagte ich.

– Machst du Witze? Für was? Dafür, dass er deinen Müll aus dem Haus getragen hat?

Damit hatte ich nicht gerechnet. Und dann wurde es noch interessanter. Eine Stunde später rief meine Mutter an. Sie warf mir vor, ich hätte von meinem Bruder Geld für die Sachen genommen. Das war einfach zu viel. Nach diesem Vorfall hörte ich auf, die Rechnungen meiner Mutter zu bezahlen, und nahm überhaupt keinen Kontakt mehr zu ihr auf. Sie sollen ihr Leben so leben, wie sie es wollen.
Ist das nicht der richtige Weg?

 

 

 

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