Ich werde nicht über das menschliche Drama schreiben, aber ich werde Ihnen etwas sagen.

Meiner Meinung nach haben wir alle unsere eigenen Probleme.

Diesmal möchte ich jedoch etwas über die Beziehungen in dem Unternehmen erzählen, in dem ich arbeite.

Konkret geht es um Tante Regina, unsere Reinigungskraft.

Sie ist eine hübsche und fleißige Frau mit grauem Haar.

Trotz ihres Alters sieht man ihr an, dass sie früher einmal hübsch war.

Sie ist auch ziemlich intelligent – das merkt man, wenn man mit ihr spricht.

Sie putzt nicht nur gründlich, sondern hat auch das ganze Büro mit schönen Blumen bepflanzt, die sie pflegt.

Aber meine Kollegen haben immer noch keine Zeit für sie, manche gehen an ihr vorbei, ohne sie zu grüßen.

Es ist, als wäre sie keine lebende Person, sondern ein Möbelstück. Als ob diese Frau für sie minderwertig wäre.

Ihre Geringschätzung und ihr unhöfliches Verhalten ärgern sogar mich, aber ich kann ihnen nichts sagen.

Ich unterhalte mich gerne mit Tante Regina.

Von ihr habe ich erfahren, dass sie eine ehemalige Lehrerin ist, die früher Geografie unterrichtet hat, aber jetzt eine niedrige Rente bekommt, so dass sie zusätzlich arbeiten muss.

Viele Jahre lang hat sie sich um ihren kranken Mann gekümmert, der hinter ihr im Bett lag, bevor er starb.

Ihr einziger Sohn hingegen ist irgendwo in der Welt verloren gegangen, hat nie eine Familie gegründet und sie nie mit Enkelkindern beglückt.

Offenbar war er nicht wohlhabend, denn er schickte ihr nur sehr selten kleine Geldbeträge – nur zu Weihnachten.

Apropos, ich habe sie einmal gefragt, über welches Geschenk sie sich zu Weihnachten freuen würde.

Sie lächelte und gab zu, dass sie nichts mehr brauchte – weder Kleidung noch andere Dinge.

Aber weil sie sehr einsam war, träumte sie von einem kleinen Hund, mit dem sie im Park in der Nähe spazieren gehen konnte.

Sie war sogar ein paar Mal auf dem Markt gewesen, um sich kleine Welpen anzuschauen, aber sie kaufte keinen, weil sie nicht so viel Geld hatte. Außerdem hatte sie Angst, dass sie diese Welt vor ihrem Haustier verlassen könnte.

Ich beschloss, nicht bis Weihnachten zu warten, und ging gleich am nächsten Samstag auf den Markt, um mir Welpen anzusehen. Ein weiß geströmter Welpe gefiel mir und ich kaufte einen für unsere Putzfrau.

Tante Regina war so glücklich, dass sie mir jetzt jeden Tag, wenn sie mich im Flur sieht, von ihrem “Enkel” erzählt – so nennt sie den kleinen Rocky.

Ich entschuldige mich dafür, dass ich nicht mit meinem Namen unterschrieben habe. Ich möchte nicht mit meiner Leistung prahlen, sondern sie einfach teilen.

 

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