“Ich bin es leid, hart zu arbeiten und kein Geld zu haben! Von jetzt an habe ich das Sagen!”.

In meiner Familie war meine Mutter die Chefin, sie bestimmte, wofür wir unser Geld ausgaben, wie wir unsere Wochenenden verbrachten und was wir wo machten. Mein Vater dachte nie daran, gegen ihre Entscheidungen Einspruch zu erheben. Meine Mutter hatte das Sagen und er verdiente das Geld. Als ich ihn fragte, warum das so sei, antwortete er kurz und bündig: “Deine Mutter kann das besser”.

Als ich erwachsen wurde und heiratete, wollte ich auch das Familienbudget verwalten. Zuerst weigerte sich mein Mann, weil er der Überzeugung war, dass er das machen sollte, aber schließlich sah er ein, dass es sehr schwierig war, sprach mit meinem Vater darüber, dass ihn das nicht zu einem schlechten Ehemann machte, und übergab mir die Verantwortung.

Ich war froh darüber, denn ich hatte eine Vorstellung davon, welche Rechnungen wir in diesem Monat erhalten würden, wie viel Lebensmittel kosten würden, und ich freute mich auf die Rabatte in verschiedenen Geschäften, um zu kaufen, was wir brauchten.

In den 10 Jahren unserer Ehe haben mein Mann und ich eine Menge durchgemacht. Mein Mann wurde entlassen, und ich war einige Monate lang Alleinverdienerin, dann ging ich in Mutterschaftsurlaub und wir beschlossen, ein Auto zu kaufen. Wir haben nie darüber nachgedacht, woher wir Geld bekommen oder wie wir überleben können, weil ich immer gespart habe und irgendwoher Geld bekommen konnte, wenn wir in Schwierigkeiten waren. Wir hatten nie Konflikte wegen Geld. Natürlich konnten wir uns streiten und einander nicht verstehen, aber nie über Geld. Deshalb war ich überzeugt, dass mein Mann mit allem zufrieden war.

Doch als er eines Tages nach Hause kam, sagte er mir, dass wir kein Familienbudget mehr hätten und er sein Gehalt behalten würde. Ich war überzeugt, dass auf der Arbeit etwas passiert war, aber das war nicht der Fall.

Mein Mann sagte, ich solle ihm jetzt mein Gehalt geben und er würde das ganze Geld verwalten. Mit einigen Hinweisen und Aufforderungen gelang es mir herauszufinden, dass der Grund für diesen plötzlichen Wandel darin lag, dass seine Kollegen und Freunde ihn als “Bettler” bezeichneten, es sah so aus, als müsse er mich um Geld bitten, selbst für ein Bier (was nicht stimmte).

– Ich bin es leid, hart zu arbeiten und kein Geld zu haben! Von nun an werde ich das Sagen haben!

– Ich verstehe dich, aber sehen wir es doch mal von einer anderen Seite. Du bist es nicht gewohnt, zu planen, du weißt nicht, wie man es macht, und ich weiß es.

– Hör auf, mir den Kopf zu verdrehen! Ich bin ein Mann und ich werde entscheiden, wie wir unser Geld ausgeben!

Ich stimmte zu, obwohl ich nervös war. Mein Mann gibt gern Geld aus und weiß nicht, wie man spart, und ich habe Angst davor, was das jetzt für uns bedeuten könnte.

 

 

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