Gemütliche Momente in der Lieblingscafeteria: Kaffee und Gebäck für einen guten Start in den Tag

Katrin machte es sich in einem gemütlichen Café auf dem Sofa bequem und wartete auf ihre Bestellung. Oft kam sie hierher, um ihren Morgen mit einem Cappuccino und einem Stück Sachertorte zu beginnen.

Draußen fiel leise der Schnee. Katrin nahm einen genüsslichen Schluck von ihrem heißen Kaffee. Am Tisch gegenüber saßen zwei junge Frauen, vermutlich Freundinnen.

„Du, neulich habe ich die Neue von meinem Ex getroffen. Ehrlich, sie sieht wirklich unscheinbar aus! Was er nur in ihr sieht?“

„Vielleicht kocht sie tolle Gerichte oder ist im Bett ein Wunder, wer weiß?“ lachte die Freundin.

„Ach, komm schon! Schau dir doch mal ihr Foto auf Facebook an. Kein Gesicht für die Kamera.“

Die Frauen kicherten, und Katrin erstarrte. Sie erinnerte sich an die Worte ihrer Mutter, die sie im Alter von sieben Jahren im Gespräch mit ihrem Vater belauscht hatte: „Unsere kleine Katrin ist keine Schönheit. Mit ihrem Aussehen wird sie nicht punkten, aber durch ihre Taten kann sie sich hervortun.“

Die erwachsene Katrin achtete penibel auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Egal wie sehr sie sich bemühte, fühlte sie sich dennoch nie hübsch genug. Ihre Mutter hatte oft gesagt: „Kopf hoch, mein Mädchen. Auch wenn du nicht mit Schönheit glänzt, so wirst du durch Klugheit überzeugen. Lerne, strenge dich an, damit du nicht alleine bleibst.“

In der Schule schämte sie sich aufgrund ihrer unproportionierten Figur und mädchenhaften Erscheinung. Auf der Uni lernte sie, sich stilvoll zu kleiden und zu schminken. Sogar einen Freund fand sie. Doch dieser erlaubte sich dumme Sprüche über ihren „flachen Po“ und „Riesenfüße“. Katrin begriff, dass selbst ihre Intelligenz niemanden dazu bringen würde, sie wirklich zu lieben. Sie akzeptierte es und lebte weiter.

Nach dem Kaffee und dem Gebäck eilte sie zur Arbeit. In der Mittagspause wollte sie bei einer Freundin vorbeischauen, um deren Katze zu füttern und die Blumen zu gießen. Anna war für zwei Wochen nach Spanien gereist und ihr Mann war selten zu Hause. „Selbst wenn sie sich zufällig über den Weg laufen, würde er Katrin kaum beachten“, dachte sich Anna, und machte sich entspannt auf den Weg in den Urlaub.

Zu Hause bei der Freundin fütterte Katrin zuerst den müden Kater Felix und kümmerte sich dann um die Pflanzen. In der Nachbarwohnung spielte Musik. Sie erkannte die Melodie und begann mitzusingen: „Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“ Plötzlich fühlte sie sich in der Wohnung so richtig wohl. Durch das Lied. Umgeben von Blumen. Sie spürte eine Leichtigkeit und Freude. Ohne es zu merken, begann sie zu tanzen, bewunderte die Blumen und… sich selbst.

Plötzlich hörte sie Stimmen.

Katrin drehte sich um und sah zwei Männer. Markus! Annas Ehemann. Und er war nicht allein. Beide waren überrascht. „Oh nein, wie peinlich!“, schoss es ihr durch den Kopf.

„Hallo Katrin. Das hier ist mein Freund Stefan. Wir haben kurz angehalten, um einige Unterlagen abzuholen. Du hast so schön getanzt, dass wir nicht wegschauen konnten. Entschuldige, dass wir stören.“

„Ich….war nur… Anna hat mich gebeten.“

Katrin eilte zur Tür und übersah dabei die Katze am Boden. Sie stolperte und fiel unglücklich zu Boden. Ihr wurde schwarz vor Augen.

Als sie wieder zu sich kam, lag sie in einem Krankenzimmer.

„Hallo. Wie geht es Ihnen? Ich bin Monika, Ihre Zimmernachbarin. Sie haben eine leichte Gehirnerschütterung, aber der Arzt sagt, es wird schon wieder. Ein Bote und ein junger Mann mit Blumen waren bereits bei Ihnen.“ Die Frau lächelte freundlich.

„Danke,“ brachte Katrin nur hervor.

Vorsichtig stand sie auf, ging zum Fenster und öffnete die Tüte. Darin befanden sich Früchte, Saft und ihre Lieblingsdesserts. Sicherlich von Anna und ihrem Mann.

Sie griff nach den Blumen und entdeckte eine kleine Notiz. „Liebe Katrin, gute Besserung. Einer so sympathischen Frau wie Ihnen gehört nicht ins Krankenhaus. Ich lade Sie zu einer Blumen-Ausstellung ein. Ein Nein wird nicht akzeptiert. Stefan.“

Katrin vergrub ihr Gesicht in den weißen Chrysanthemen, schloss vor Freude die Augen und eilte zur Umarmung ihrer Zimmernachbarin…

Schönheit muss nicht immer auffällig und grell sein. Jede Frau hat ihre eigene. Manchmal kommt sie warm und von innen…

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