Ich sagte kein Wort. Ich hörte nicht einmal, was sie versuchten zu sagen oder zu tun. Ich ging einfach weg, holte mir ein Glas Wasser und verließ den Raum. Am selben Tag brachte ich ein Schloss an unserer Schlafzimmertür an. Meiner Frau erzählte ich eine abgeschwächte Version des Gesprächs – ich konnte es nicht vor ihr verbergen. Alles stand ihr ins Gesicht geschrieben.
Unsere Tochter erzählte es natürlich ihrem Bruder. Plötzlich verwandelten sich die beiden in übermäßig liebevolle Kätzchen. Sie hielten uns wohl für Narren, aber uns waren die Schuppen von den Augen gefallen – wir begriffen alles. Wir begannen, unsere Beziehung zu vielen vergangenen Ereignissen neu zu überdenken.
Später hörten die Kinder auf, ihre Zuneigung vorzutäuschen. Meine Frau gestand mir, dass sie vieles schon zuvor bemerkt hatte, aber hoffte, dass sie aus diesem Verhalten herauswachsen würden. Stattdessen wuchsen sie zu gierigen Konsumenten heran, für die Güte, Verständnis und Empathie bedeutungslos waren.
Seit diesem Vorfall sind viele Jahre vergangen. Doch nichts hat sich wirklich verändert. Beide Kinder blieben egoistisch und waren bereit, alles zu tun, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Ich konnte so nicht länger leben. Sobald unser Sohn 18 Jahre alt wurde, verkauften wir die Wohnung. Die Gegend war ausgezeichnet – ein Gebäude aus der Stalin-Ära mit hohen Decken.
Wir kauften ihnen eine Zwei-Zimmer-Wohnung – sie waren überglücklich über ihre neugewonnene Freiheit! Doch ich ließ die Immobilie auf meinen Namen eintragen. Meine Frau und ich kauften uns in der Zwischenzeit ein kleines Grundstück mit einem unfertigen Haus. Über den Sommer richtete ich alles selbst ein.
Die Kinder hörten auf, uns zu Feiertagen zu gratulieren. Vor ein paar Jahren schickten sie noch eine Nachricht. Jetzt herrscht gegenseitiges Schweigen.
Wir haben eine endgültige Entscheidung getroffen – unser gesamtes Erbe wird einem Waisenhaus vermacht. Unsere Kinder werden nach unserem Tod nichts bekommen. Vielleicht werden sie dann endlich etwas verstehen…