Anna ist jetzt in ihren Fünfzigern. Ihre ältere Mutter bittet sie, ihr Medizin zu geben, weil sie Herzklopfen hat. Die Tochter kommt der Bitte nur sehr widerwillig nach und deutet an, dass es besser wäre, wenn ihre Mutter still liegen bliebe und nicht aufstünde. Und was soll eine alte Frau tun, die müde und krank ist, aber sie kann sich nicht einfach hinlegen. Die Hausarbeit muss von jemandem erledigt werden.
Die Tochter hatte keine Zeit, sich um ihre Mutter zu kümmern. Für Josefa war es unangenehm, solche Worte zu hören. Sie wandte sich ab und versuchte, nicht zu weinen. Anna ärgerte sich über jede Handlung ihrer Mutter: Husten, Niesen, Mundbewegungen beim Lesen. Sie mochte es auch nicht, wenn das ganze Essen ständig durch den Mixer lief. Sie wurde sehr boshaft.
Wenn sie ihrer Mutter Tabletten gab, versuchte sie mit allen Mitteln, ihre faltigen Hände nicht zu berühren. Manchmal fielen die Tabletten herunter. Anna musste sie immer wieder aufheben und ihrer Mutter geben: Sie kosteten ein Vermögen.
Die erwachsene Tochter versuchte gar nicht erst, den Grund für dieses Verhalten zu finden. Sie hat nicht einmal etwas bemerkt. Es schien ihr, dass eine solche Beziehung zwischen Tochter und Mutter ganz normal war. Zärtlichkeit war nicht der Mutter vorbehalten, sondern der Katze, die sie streicheln und verwöhnen konnte. Sie liebte ihn.
Sie versuchte immer, ihrer Mutter etwas zu essen zu machen. Sie war eine sparsame Hausfrau: Sie versuchte immer, Produkte im Sonderangebot zu kaufen, aber sie achtete nicht auf deren Aussehen. Das Gleiche galt für die Kleidung. Aber Mutter war nicht besonders auf das Aussehen bedacht. Die Logik war: Wenn eine Frau keine Partys besucht und wahrscheinlich nirgendwo hingeht, dann kann sie auch in zusammengenähten Socken herumlaufen.
Aber wenn Mutter zum Arzt ging, holte die Tochter neue Kleider aus dem Schrank. Wenn im Haus etwas kaputt ging, beeilte sie sich nicht, es zu reparieren. Ihr Argument war, dass sie ihrer Mutter keine Unannehmlichkeiten bereiten wollte. Und es spielte keine Rolle, dass sich die Tapete an manchen Stellen von der Wand löste.
Aber alles hat ein Ende. Als ihre Mutter ging, verschwand Annas Unzufriedenheit. Es blieb keine Zeit für Reue. Es galt, die Renovierung vorzubereiten. Jetzt war es möglich.