Vor kurzem haben meine Frau und ich endlich eine Wohnung auf Raten gekauft. Wir hoffen, dass dies nicht unser letzter Kauf dieser Art ist. Lange Zeit habe ich ohne meine Frau im Ausland gearbeitet, um das Geld für die Anzahlung anzusparen.
Die Wohnung war klein, aber sie wurde renoviert. Die Nachbarn sind freundlich. Ein älterer Mann war der erste, der uns zu unserem Kauf gratulierte. Robert sagte, er sei gekommen, um uns kennenzulernen und uns zu unserer Einweihung zu gratulieren. Er lobte uns dafür, dass wir so jung sind und uns selbst ein Haus kaufen können. Er wünschte uns Reichtum und mehr Kinder. Als gute Gastgeber luden wir ihn zu einer Tasse Tee ein.
Robert blieb nicht lange bei uns, aber während dieser Zeit konnte er uns alles über die anderen Bewohner unseres Hauses erzählen. Es stellte sich heraus, dass neben uns ein Tierarzt wohnt. Und das ist ein großer Pluspunkt für die Wohnung. Jetzt wissen wir, an wen wir uns wenden können, wenn unserem Hund etwas zustößt. Jetzt wissen wir, welche unserer Nachbarn Lärm machen und Müll aus dem Fenster werfen können.
Am nächsten Tag kam Robert wieder zu Besuch. Er kam, um Geld zu wechseln und sagte, er wolle Brot kaufen, aber im Laden gab es immer kein Wechselgeld. Der Mann brachte 100 Griwna. Wir gaben ihm zwei 50-Griwna-Scheine.
Stellen Sie sich meine Überraschung vor, als der Laden sich weigerte, das Geld anzunehmen, das Robert uns gegeben hatte, und behauptete, es sei Falschgeld. Die anderen Kunden sahen mich schief an, und ich wollte am liebsten in den Untergrund fallen. Das Schlimmste aber war, dass die Kassiererin einen Wachmann rief. Ich dachte, die Polizei würde kommen, mir Handschellen anlegen und mich zur Polizeiwache bringen, und dann würde das Fernsehen einen Bericht über mich drehen. Aber zum Glück ist alles gut gegangen.
Ich habe mit einer Bankkarte bezahlt.
Am Abend erzählte ich meiner Frau davon. Diese Situation kam uns sehr seltsam vor, und wir konnten nicht glauben, dass unser älterer Nachbar uns betrogen haben könnte. Vielleicht war Robert selbst ein Opfer von Betrug.
Es war mir sehr unangenehm, meinem Nachbarn davon zu erzählen, und so beschlossen meine Frau und ich, diesen unangenehmen Vorfall einfach zu vergessen.
Einige Zeit später kam Robert erneut mit der gleichen Bitte zu uns. Diesmal brachte er einen 1000-Hrywnja-Schein mit und sagte, er sei sehr verwirrt, weil ihm seine Rente in solchen Scheinen ausgezahlt worden sei. Jetzt wisse er nicht, wie er mit so viel Geld einkaufen gehen solle.
Diesmal beschloss ich, vorsichtiger zu sein und sagte ihm, dass wir kein Bargeld zu Hause aufbewahren und dass das Geld auf unserer Bankkarte ist.
Als ich mit den anderen Nachbarn sprach, erfuhr ich eine Menge über Robert. Es stellte sich heraus, dass unser Nachbar in seiner Jugend wegen Betrugs verurteilt worden war. Wer weiß, vielleicht macht er es ja immer noch …