Ich habe meine Frau nie geliebt, obwohl ich es ihr hundert Mal gestanden habe – sie konnte nichts dafür, unser gemeinsames Leben war dennoch harmonisch

Ich habe meine Frau nie geliebt, auch wenn ich es ihr schon hundert Mal gesagt habe. Sie konnte nichts dafür unser gemeinsames Leben war angenehm. Sie hat sich nie über Kleinigkeiten beschwert, mich nicht genervt war immer freundlich und sanftmütig. Nur eine Sache fehlte unserer Beziehung die Liebe war nicht zu spüren. Küchengeräte und Essgeschirr.

Jede Nacht bin ich eingeschlafen und wieder aufgewacht mit dem Gedanken, endlich von ihr wegzugehen. Ich wollte die Frau finden, die ich wirklich lieben könnte.

Aber werde ich das je schaffen? Neben Annalena fühle ich mich wohl. Sie ist nicht nur eine hervorragende Hausfrau, sondern dazu noch außergewöhnlich schön. Bis heute beneiden mich alle meine Freunde und können nicht begreifen, wie ich so ein Glück hatte. Ehrlich gesagt, weiß ich selbst nicht, warum sie gerade mich liebt.

Ich bin ein ganz normaler Mann, wie Hunderte andere. Aber sie liebt schon seltsam.

Ihre Liebe und Treue ließen mir keine Ruhe. Und noch mehr ihre Schönheit. Ich wusste genau: Sobald ich das Haus verlasse und jegliche Verbindung zu ihr abreiße, wird sofort ein neuer Kandidat für ihr Herz auftauchen. Jemand Reicheres, Schöneres, Erfolgreicheres.

Allein die Vorstellung, dass jemand anderes sie umarmt, macht mich beinahe verrückt. Annalena gehört zu mir, auch wenn ich keine Gefühle für sie habe. Hatte ich auch nie. Ich habe sie nur geheiratet, weil es mein Ego schmeichelte, eine so hübsche Frau an meiner Seite zu wissen.

Aber kann man wirklich ein Leben lang mit jemandem verbringen, den man nicht liebt? Ich dachte, ich würde das schaffen, aber ich lag falsch. Küche und Esszimmer.

Morgen muss ich ihr die Wahrheit sagen, dachte ich mir im Bett und schlief endlich ein.

Beim Frühstück fand ich schließlich den Mut zum ehrlichen Gespräch:

Annalena, setz dich bitte. Ich muss mit dir reden.

Ich höre zu, Schatz.

Stell dir vor, wir lassen uns scheiden, ziehen in verschiedene Ecken von München.

Annalena lachte:

Was für eine komische Vorstellung Ist das ein Spiel?

Lass mich ausreden. Es ist wichtig für uns beide.

Na gut. Ich stelle es mir vor. Geschenke für die Ehefrau.

Sei ehrlich würdest du nach einer Trennung einen neuen Partner suchen?

Johannes, was ist los mit dir? Warum solltest du die Familie verlassen?

Weil ich dich nicht liebe und nie geliebt habe.

Was? Du machst Witze, oder? Ich verstehe gar nichts

Ich will gehen, aber ich kann es nicht, weil der Gedanke, dass du mit jemand anderem zusammen bist, mir weh tut.

Da schwieg Annalena für ein paar Minuten, dachte nach und sagte dann:

Jemand Besseren als dich finde ich bestimmt nicht. Also geh ruhig. Du musst keine Angst haben, dass ich nach dir noch jemanden habe.

Versprichst du das?

Natürlich, Johannes, versicherte mir Annalena. Accessoires für Frauen.

Und wohin soll ich dann gehen?

Hast du denn keinen Ort, wo du hin kannst?

Nein, wir waren unser ganzes Leben zusammen. Vielleicht bleibt mir wirklich nichts anderes übrig, als mit dir gemeinsam alt zu werden, sagte ich traurig.

Ach, mach dir darum keine Sorgen. Nach der Scheidung teilen wir die Wohnung, die ich von meiner Großmutter geerbt habe, auf zwei Einzimmerwohnungen.

Wirklich? Das hätte ich jetzt nie gedacht, dass du mir dabei hilfst. Warum tust du das?

Weil ich dich liebe. Wenn man jemanden liebt, hält man ihn nicht mit Gewalt fest.

Einige Monate später ließen wir uns tatsächlich scheiden. Ein paar Wochen darauf erfuhr ich, dass Annalena ihr Versprechen nicht gehalten und einen neuen Partner gefunden hatte. Auch die Wohnung, aufgeteilt wie versprochen, hatte sie nie wirklich vor. Sie hatte sie behalten.

Am Ende stand ich mit leeren Händen da so einsam wie nie. Wie soll man da noch Frauen vertrauen? Ich habe keine Ahnung

Was meint ihr zu Johannes?

Diese Erzählung basiert auf einer wahren Geschichte, die uns ein Leser zugesandt hat. Ähnlichkeiten mit realen Namen oder Orten sind zufällig. Alle Fotos im Artikel dienen zur Illustration.

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